...Erstellt am 22.06.2017 by Koji 1 Comment

Death Parade (Anime)

Heute für Euch geschaut:

Death Parade“ aus dem Hause „Universum Anime“ von dem renommierten Animationsstudio Madhouse (Record of Lodoss War, Paranoia Agent) unter der Regie und nach der Idee von Yuzuru Tachikawa (einige Episoden von Bleach, Kill La Kill etc.).

Death Parade (Anime)

Eine Bar zwischen Himmel und Hölle

In der Bar Quindecim ist alles ganz anders, als es zu sein scheint. Der weißhaarige Barkeeper Decim serviert den Gästen ihre Getränke. Er wirkt wortkarg und erscheint mysteriöse, ist aber doch immerzu höflich zu seinen Gästen. Was die Gäste aber nicht wissen, ist das in dieser Bar über ihr Schicksal entschieden wird. Jeder, der hier eintritt, ist längst tot. Es handelt sich hierbei um postmortale Ereignisse und die Gäste des Barkeepers werden das Death Game spielen. Das Ergebnis entscheidet dann über Himmel oder Hölle. Bei Partien in Darts, Billard oder beim einfachen Trinken soll der wahre Geist jedes einzelnen Menschen zum Vorschein kommen. Natürlich gehört da noch mehr dazu und Decim ist auch kein einfacher Barkeeper. Er ist ein Schiedsrichter, der über die Gäste urteilt. Je nach dem wie sich das Wesen der Menschen zeigt, kommen sie in den Himmel oder die Hölle. Ihr eigener Tod, diese Vergangenheit ist vergessen, doch das Spiel bringt das Ganze wieder ans Licht und Decim lernt die wahre Natur seiner Gäste kennen. In einem schicksalhaften Do oder Die Spiel geht es um alles.

An die Vergangenheit erinnern

Die Bar in „Death Parade“ liegt also irgendwo zwischen Dies- und Jenseits und zeigt sich dabei als interessanter Schauplatz, der für uns von Anfang an reizvoll ist. Genauso wie die beiden ersten Gäste der Serie, wissen auch wir noch nicht, was es mit der Bar sowie dem geheimnisvollen Barkeeper auf sich hat. Dass die beiden Gäste zuweilen etwas verwirrt oder verirrt erscheinen erkennen wir und ein ähnliches Gefühl haben wir auch zu Anfang auch, weil die Serie mit seinem Soundtrack, seinem Artdesign und der allgemeinen Atmosphäre nicht nur geheimnisvoll, sondern auch bedrohlich wirkt. Dadurch passt der Einstieg sehr gut: Während die Gäste nach Orientierung suchen, sich bald etwas lockern und mit Decim ins Gespräch kommen, lernen auch wir die Bar und die Welt um sie herum besser kennen, bevor das Death Game seinen Anfang nimmt. Es klingt morbide und im Grunde ist es das durchaus auch. Schließlich muss Decim am Ende darüber entscheiden, wer in den Himmel und wer in die Hölle kommt.

Death Parade (Anime)

Hierbei ist gar nicht mal das Spiel als solches der spannendste Punkt der Serie, vielmehr sind die Figuren bzw. deren Hintergrundgeschichten die größten Stärken der Serie. Wir lernen im Verlauf der Serie immer neue Figuren kennen, die ohne Erinnerungen in die Bar eintreten. Sie kommen quasi ohne geschichtlichen Hintergrund in diese Bar und sind damit absolut unbefleckt. In Folge des Death Games entwickelt sich bei ihnen die einstige Persönlichkeit, Erinnerungen kommen hervor und wir lernen jede einzelne Figur besser kennen. Dazu gehört auch der Moment ihres Todes und „Death Parade“ erscheint dabei zuweilen traurig, melancholisch, düster, morbide sowie in vielen Fällen allgemein emotional oder gar philosophisch. Dabei ist es keineswegs langweilig immer wieder neuen Personen zuzuschauen, wie sie sich dem Death Game stellen müssen. Die grundsätzliche Situation mag dieselbe sein, aber „Death Parade“ besitzt abwechslungsreiche Charaktere, die mit guten sowie teilweise auch tiefgründigen Hintergrundgeschichten aufwarten, weshalb es einem als Zuschauer nie langweilig wird. In den ersten vier Folgen der Serie begleiten wir schon einige auf ihren Weg in die Hölle oder dem Himmel.

Die Vergangenheit der Menschen interessiert uns und dieses langsame Eintauchen ist dem Anime stilistisch sehr gut gelungen. Eine anfangs blasse Person entwickelt dadurch reizvolle Punkte, die den Zuschauer auch interessiert. Es entwickelt sich nach und nach die wahre Natur der Figur, während die Serie im Hinblick auf das Death Game auch Wendungen besitzt. Man hat nicht nur den Schmerz, den eine Person erleiden muss, sondern auch den Schmerz, den eine Person anderen angetan hat. Das langsame Zusammensetzen eines großen Ganzen macht die Episoden des Animes sehr unterhaltsam. Man schaut gebannt zu, ergibt sich dem Drama, den philosophischen Aspekten, den erfreulichen sowie auch grausamen Eigenschaften der Menschen, die zu allem fähig sind. Nicht zuletzt geht es auch um Entscheidungen. Entscheidungen der Figuren aus ihrer Vergangenheit, seien sie richtig oder falsch sowie die endgültige Entscheidung von Decim, der in der Position ist jenen Menschen in den Himmel oder die Hölle zu schicken. Als „Schiedsrichter“ hat er eine wirklich unangenehme Aufgabe. Wie soll so eine Entscheidung basierend auf jenes Death Game richtig gefällt werden? Geht es um Sympathiepunkte oder um Fehler aus der Vergangenheit? Gibt es keine zweite Chance oder die Möglichkeit auf Vergebung?

Death Parade (Anime)

In diesen Punkten gestaltet sich „Death Parade“ sehr intensiv und richtet sich dabei auch implizit auf den Zuschauer, der bei solchen Ereignissen unweigerlich ins Grübeln geraten wird. Dass dieser Effekt jedes Mal erreicht werden kann, zeigt nur wie abwechslungs- und facettenreich die Charaktere gestaltet worden sind. Der Fokus der ersten Volume liegt dabei auf die Verstorbenen. Decim sowie auch andere Charaktere, die mit dem Betrieb der Bar in Zusammenhang stehen bleiben erst einmal blass, weil die Serie in den ersten vier Folgen einen episodenhaften Aufbau hat, in der wir immer mal wieder neue Verstorbene begrüßen können. Abseits von einigen Ansätzen bleibt Decim noch ohne großen Hintergrund oder Charakter, doch das Mysteriöse bleibt bestehen und ist spannend. Vor allem wenn es um erste Zweifel bei Decim geht, ob diese Methode wirklich richtig ist, um derart über Menschen zu urteilen. Damit hat die zwölf Episoden umfassende Serie noch einige spannende Momente in der Hinterhand und wir sind gespannt ob und auf welche Art und Weise diese genutzt werden.

Die Animationen aus dem Studio Madhouse sind wirklich vorzüglich gelungen, wenngleich „Death Parade“ kein Anime ist, der von seiner optischen Seite vollends überzeugen müsste. Als Drama besitzt die Serie einige vielschichtige Facetten, sodass es sich von anderen Produktionen angenehm abheben kann. Doch auch die optische Seite macht einen tollen Eindruck. Die Bewegungen erscheinen flüssig, die Gesichter ausdrucksstark sowie facettenreich und die Bar Quindecim ist mit Details gefüllt, weshalb man sich optisch wunderbar berieseln lassen kann. Der Hauptschauplatz ist schließlich die Bar und diese überzeugt mit einigen optischen Auffälligkeiten, wie dem schönen Eingang, der Inneneinrichtung oder einfachen Gegenständen. Das Bild wirkt detailliert und somit wird das Auge in den meisten Momenten verwöhnt sein. Wie bereits erwähnt ist die Atmosphäre des Animes eine angenehm schaurig düstere, was auch durch die optische Präsentation verstärkt widergegeben wird. Dank bestimmten Lichtverhältnissen, Kontrasten oder kleinen Effekten erreicht man diese passende Stimmung auf eindrucksvolle Art und Weise.

Death Parade (Anime)

Auch die akustische Untermalung weiß dahingehend zu überzeugen, weshalb das Gesamtwerk audiovisuell absolut überzeugen kann. Man setzt dabei zumeist auf ruhigere, emotional anstoßende Töne, welche die Traurigkeit, Grausamkeit oder Melancholie einer Szene vollends unterstützen. Der Soundtrack gibt bestimmten Szene damit eine größere Intensität, die einfach passt! Zum Opening lässt sich sagen, dass dieses fröhlich klingende Lied („Flyers“ von BRADIO) nicht jedem gefallen wird, sehr wohl aber spielt man hier mit den Erwartungen des Zuschauers, die alsbald schon über den Haufen geworfen werden. Der Kontrast passt dann aber auch sehr gut zur Serie, die in vielen Aspekten Dinge gegenüberstellen möchte.

Das Ending hingegen passt sich gut an die Atmosphäre der Serie an und bietet damit einen guten Abklang zum Ende einer Episode. Der traurige, ruhig wirkende Song bringt den Zuschauer einige der zuvor eingetretenen Situationen wieder vor Augen. So gut das Werk audiovisuell auch ist, die Synchronisation ist bei jedem Anime ein wichtiger Knackpunkt! Vor allem bei „Death Parade“ müssen diese ruhigen, melancholisch traurig anmutenden Szenen auch überzeugend dargestellt werden, was gar nicht so einfach ist. Den Figuren muss Emotionalität gegeben werden und das ist den deutschen Sprechern erfreulicherweise sehr gut gelungen. Nicht nur, dass die Stimmen gut zu den Figuren passen, auch die schauspielerische Leistung ist zu würdigen. Man schafft es brisanten Szenen das nötige Gefühl zu geben ohne zu übertreiben. Es wirkt glaubhaft, authentisch und niemals übertrieben, weshalb ich „Death Parade“ auch auf Deutsch empfehlen kann! Wer möchte, kann sich die Serie auch auf Japanisch anschauen. Die in weiß gehaltenen Untertitel erfüllen ihre Aufgabe gut, indem es stets lesbar und ohne Fehler daherkommt.

Death Parade (Anime)

Wohin wird die Seele wandern?

Death Parade“ ist guter Anime, der es versteht Dramen, Hintergrundgeschichten sowie Schicksale glaubhaft zu vermitteln. In den ersten vier Episoden verfolgen wir das Schicksal verschiedener Figuren, die sich an nichts erinnern können. Ein mysteriöser Barkeeper namens Decim spielt mit ihnen ein Spiel um Leben und Tod. Einen Ausgang gibt es nicht, vielmehr kann man die Bar erst dann verlassen, wenn das Spiel zu Ende gespielt worden ist. Nach und nach erinnern sich die Protagonisten des Spiels an ihre Vergangenheit, es kommen unterschiedliche Geschichten zustande, mal grausam, mal traurig und in entsprechenden Drucksituationen erkennen das „wahre Wesen“ des Menschen. Auf dieser Basis soll Decim seine Entscheidung fällen, was eine unheimlich spannende Prämisse ist, die uns als Zuschauer in seinen Bann zieht. Dabei haben die Figuren sehr gut ausgearbeitete Schicksale, die uns auch emotional treffen können, weshalb die immer wiederkehrende Struktur der Serie nicht langweilig wird. Oben drauf gibt es einige vielschichtige Elemente sowie philosophische Fragen, mit denen auch wir uns unweigerlich beschäftigen werden. Das erste Volume macht einen sehr guten Eindruck und überzeugt auch auf technischer Ebene vollends. 

Hier doch ein deutscher Trailer zum Anime:

Sayonara to dewa mata.

Koji (2014)

.

Euer

Koji

 

Vielen Dank an Universum Anime für die Überlassung eines Screeners.

Universum Anime

© Yuzuru Tachikawa. ©MADHOUSE/NTV/VAP

One Response so far.

  1. Freya sagt:

    Sehr interessantes und ausführliches Review. Ich bin schon die ganze Zeit am überlegen ob der Anime was für mich ist und ich ihn kaufen soll.Der Artikel hat mich jetzt überzeugt mir auch mal die erste Dvd zu holen und rein zu gucken ^^.

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