...Erstellt am 11.05.2017 by Makoto 0 Comment

Poison City (Manga)

Heute für Euch gelesen:

Poison City“ aus dem Hause „Carlsen Manga!“ vom japanischen Mangaka Tetsuya Tsutsui (Manhole, Prophecy).

Alles muss gesäubert werden

200 Tag sind es noch bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Japan. Doch statt an Vorbereitungen für dieses große Event zu denken, wird etwas ganz anderes eingeleitet. Bei einem großem, völkerverbindenden Ereignis wie diesem ruht der Blickpunkt ganz und gar auf dem Veranstaltungsland und da möchte man sich natürlich gut präsentieren. Allerdings stellen Mangas und co. ein Risiko dar, denn Schmuddelheftchen und Geschichten, die Gewalt darstellen und Kinder gefährdenden gehen gar nicht.

Poison City (Manga)Zu dieser Zeit möchte der junge Mangaka Mikio Hibino seine neue Horrorserie „Dark Walker“ in einem Magazin veröffentlichen. Diese Geschichte soll von Menschen handeln, die Nachts zu Kannibalen werden und über andere Menschen herfallen. Mikio hat erste Entwürfe erstellt und auch die Hauptcharaktere stehen schon fest. Selbst sein Redakteur ist von der Geschichte begeistert, gäbe es da nicht das Problem der „Säuberungsfront“. Immer wieder muss Mikio Veränderungen an seinem Werk vornehmen, damit es im Magazin erscheinen kann und die Serie nicht sofort einen Stempel bekommt, dass diese Jugendgefährdend ist. Natürlich möchte der junge Mangaka seine Serie veröffentlichen, dennoch gefällt es ihm gar nicht immer wieder Änderungen vornehmen zu müssen und bald hat er auch das Gefühlt, dass das gar nicht mehr seine Geschichte ist. Zu guter Letzt hat es trotz der vielen Änderungen nichts geholfen und sogar das ganze Magazin muss nach Veröffentlichung des ersten Kapitels von „Dark Walker“ eingezogen und vernichtet werden. Schlimmer konnte es gar nicht kommen! Oder doch? Die letzte Hoffnung für „Dark Walker“ ruht nun auf einem Amerikanischen Verlag. Kann dadurch etwas gegen die Zensur der Manga getan werden?

Die Niederlage

Poison City“ stellt das dar, was immer wieder passieren kann. Nämlich die Einschränkung der Freiheit, sei es nun wie hier dargestellt in der Zensur der Manga oder durch ähnliches. Tetsuya Tsutsui schafft vor allem eins mit seinem neuen Werk, die Leser zum nachdenken zu bewegen! Es ist keine leichte Kost, die man mal eben zwischendurch lesen sollte. Allein durch die Dicke des Bandes bekommt man viele Informationen auf einmal, über die man zunächst in Ruhe nachdenken sollte. Wer denkt, dass die Handlung weit hergeholt sei, der täuscht sich, denn dem Mangaka ist etwas ganz ähnliches passiert. Schon 2009 wurde sein Werk „Manhole“ von der „Abteilung für Fragen der Kindheit und Zukunft“ der Präfektur Nagasaki als „für Minderjährige schädlich“ eingestuft. Dies geschah aber ohne Wissen von Tetsuya Tsutsui und erst 2013 wurde es ihm bekannt gegeben.

Natürlich ist in „Poison City“ nicht eins zu eins das wiedergegeben, was er selbst erlebt hat. Doch um den Grundgedanken einstand eine vielschichtige Geschichte. So ist es nicht verwunderlich, dass als Protagonist ein Mann agiert, der Mangaka ist. Was leider etwas verwirren kann ist die Erzählweise, denn die Hauptfigur ist der junge Mangaka Mikio Hibino, der den Wunsch hat seine neue Serie „Dark Walker“ in einem Magazin zu veröffentlichen. Wenn man sich aber das Cover anschaut und in den Manga hineinliest bekommt man einen völlig falschen Eindruck davon, was das Werk eigentlich aussagen möchte, denn auf dem Cover von Band eins und zwei sind jeweils die Hauptfiguren der Serie „Dark Walker“ zusehen und auch die ersten Seiten bestehen aus dem Anfang von dieser Serie. Auch im weiteren Verlauf von „Poison City“  bekommt man weitere Szenen aus „Dark Walker“ zu sehen. Durch eine andere Schriftart wurde es aber versucht, dass man beides voneinander abgrenzen kann.

Poison City (Manga)Dass „Dark Walker“ immer wieder im Verlauf von „Poison City“ auftaucht mag manchen stören. Immer wieder sieht man Ausschnitte und man bekommt richtig Lust es als eigenständige Geschichte zu lesen aber stattdessen wird nach ein paar Seiten wieder auf die eigentliche Handlung von „Poison City“ zurückgeworfen. Das kann einen etwas frustrieren. Trotzdem hat Tetsuya Tsutsui „Dark Walker“ gut eingebaut, um die Zensur zu unterstützen. Auch, dass am Ende des Bandes die Umstände für die Entstehung von „Poison City“ erläutert werden, lässt einen noch mehr darüber nachdenken und es wird einen vor Augen geführt, dass es gar nicht so abwegig sein kann.

Eine Hoffnung gegen die Zensur

Mit „Poison City“ bekommt man einen Manga bei dem man unweigerlich über den Inhalt nachdenken muss. Man fragt sich immer wieder, warum es soweit gekommen ist. Auch kommt das Gefühl hoch, dass man nicht weiß wer richtig handelt, Mikio oder doch die „Säuberungsfront“, die alles vernichten und zensieren möchte. Es entsteht ein innerer Konflikt, denn eigentlich unterstützt dieser Manga die Mangaka und die Gedankenfreiheit, doch kommt es zu Szenen in „Poison City“ bei denen man sich denkt die anderen Menschen sind schon so von der „Säuberungsfront“ eingenommen, dass man nicht sicher sagen kann, ob man in so einer Situation nicht genauso handeln würde. Der erste Band bietet also eine realistische und spannende Geschichte, bei der man hofft, dass sie mit dem nächsten Band gut enden wird.

Hier noch eine Leseprobe für Euch:



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Vielen Dank für’s lesen, bis zum nächsten Mal!

Makoto

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Eure

Makoto

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Vielen Dank an Carlsen Manga! für die Überlassung eines Ansichtsexemplares.

Carlsen Manga!

CARLSEN MANGA © Carlsen Verlag GmbH * Hamburg 2016
POISON CITY Vol. 1 © 2015 Tesuya Tsutsui

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