...Erstellt am 03.05.2017 by Koji 0 Comment

A Rose in the Twilight (PlayStation Vita)

Heute für Euch gespielt:

A Rose in the Twilight“ aus dem Hause „NIS America (Nippon Ichi Software America)“ entwickelt bei der japanischen Hauptniederlassung von Nippon Ichi Software (htoL#NiQ: The Firefly Diary, Yomawari: Night Alone). 

A Rose in the Twilight (PlayStation Vita)

Ein von Dornen umgebenes Schloss

A Rose in the Twilight“ erinnert vom Design her sehr an Yomawari und auch wenn das Gameplayprinzip in diesem Fall ein anderes ist, so ist die kreierte Art von Atmosphäre eine ähnliche. Das Spiel möchte mit grotesken Bildern und Geschehnissen im Horrorbereich überzeugen. Das spannende daran ist der vorhandene Kontrast zwischen solchen Bildern und der naiven Niedlichkeit, die mit dem Hauptcharakter verbunden ist. In der Hauptrolle steht Rose, ein kleines Mädchen samt Dornenblume im Haar, die im verfluchten Schloss nicht nur nach einem Ausweg sucht, sondern auch versucht den Fluch zu brechen. Das Schloss ist von Dornen umgeben, trist und einfach nur grau. Es fehlt an sämtlichen Farben, während sich das Böse ausbreitet. Rose hat dabei eine besondere Fähigkeit. Sie alles, was rot ist, absorbieren und damit Brücken bauen oder Gegenstände materialisieren. Rot ist auch die einzige Farbe, die man im Schloss noch vorfindet, dem Blut gleichend, eine bizarre Szenerie entstehen lassend, bringt „A Rose in the Twilight“ ein gutes Szenario hervor, dass Freund von Horror sowie Mystery ansprechen wird. Was verbirgt sich hinter diesem Fluch? 

Blut als das Mittel zur Flucht

Wer an der Art jener bizarren Inszenierung interessiert ist, der kann „A Rose in the Twilight“ auf jeden Fall als Geheimtipp aufschreiben. Uns wird ein Spiel geboten, dass atmosphärisch gut zu überzeugen weiß. Als Spieler spürt man über weite Strecken eine Intensität, eine Bedrohung oder die Angst vor dem Ableben, die dem kleinen Mädchen Rose widerfahren kann. In dieser Hinsicht kann es zu brutalen Toden kommen und der Kontrast aus dieser Gefahr sowie der personifizierten Niedlichkeit in Form von Rose, ist dahingehend wirklich gelungen. Das Spiel erschafft damit eine gewisse Ambivalenz, die stilistisch gut zu wirken weiß. Aus spielerischer Sicht zeigt sich das Spiel als eine Art 2D Puzzle Plattformer. Im Fokus stehen also das Lösen von Rätseln und das Ausweichen von tödlichen Fallen. Das Schloss als solches entzieht jedem Lebewesen Energie, weshalb die gesamte Szenerie, bis auf das Blut, in grau daherkommt. Diese triste, düstere sowie traurige Aufmachung hat einen melancholischen Touch, der uns in einigen Momenten zu berühren weiß.

A Rose in the Twilight (PlayStation Vita)

Alleine das rote Blut gibt dem grauen Schloss so etwas wie Farbe, was in dem Kontext allerdings ein bizarres Bild ist. Doch gerade diese rote Farbe, das Blut, kann Rose für sich nutzen, um voranzukommen. Indem sie das Blut von Objekten in sich aufnimmt, kann sie Türen öffnen, Brücken entstehen lassen oder Gegner einfrieren. Wie bereits erwähnt befinden sich im Schloss auch gefährliche Kreaturen, die nach dem Leben von Rose trachten. Entzieht man ihnen das Blut, so werden sie grau und erstarren. Das Spiel mit Farben und Symboliken geht dabei sehr gut mit der Gesamtpräsentation einher. Schließlich ist die audiovisuelle Präsentation eine Stärke des Spiels, wenngleich das ewig graue Schloss in der Hinsicht nicht viel an optischer Abwechslung bieten kann. Da Rose abseits ihrer speziellen Fähigkeit nicht dazu in der Lage ist schwere Dinge zu heben oder zu werfen, wird sie schon früh im Spiel auf einen mysteriösen Steingiganten treffen, der sich ihr anschließt. Er redet nicht, doch an seinen Bewegungen und der äußeren Erscheinung merkt man schnell, dass er Rose helfen möchte.

Der Steingigant und Rose stellen damit das Duo dar, die wir durch das Schloss steuern. Mit dem entsprechenden Tastendruck kann die Kontrolle von einem der Figuren gewechselt werden. Damit soll ein dynamischer Spielablauf gewährleistet werden, denn das Wechseln der Figuren wird unerlässlich sein, wenn man aus dem Schloss entkommen möchte. Der Steingigant ist nämlich in der Lage schwere Objekte zu bewegen oder Rose auf bestimmte Plattformen zu werfen. Durch dieses Teamwork werden die Rätsel nach und nach gelöst. Die Steuerung funktioniert dabei ohne Probleme und dieses Teamwork wird auch für uns schnell zu einem normalen Unterfangen. Dabei gestalten sich die Rätsel über weite Strecken wirklich ordentlich. Dank der unterschiedlichen Fähigkeiten beider Charaktere, wird über das Spiel über versucht Abwechslung zu implementieren. Dies ist durchaus gelungen, wenngleich man den Kern des Gameplays schnell gesehen hat. Neben der Veränderung an Objekten kann Rose mit dem aufsaugen des Blutes auch bestimmte Elemente in der Zeit einfrieren. Damit werden den Rätseln etwas Komplexität sowie Vielfältigkeit gegeben, wenngleich die Möglichkeiten an sich überschaubar sind.

A Rose in the Twilight (PlayStation Vita)

Unser netter Steingigant kann dank seiner Physiologie ungehindert durch Dornen streifen oder von größeren Höhen abspringen ohne sich zu verletzen. Damit gelangt er in Abschnitte, die für Rose versperrt sind. Im Gegenzug gibt es auch Bereiche, an denen nur Rose Zutritt hat. Neben dem direkten Teamwork gibt es auch Passagen, wo wir die Figuren einzeln steuern, um das Puzzle in ihrem Abschnitt zu lösen, sodass beide am Ende wieder zusammenkommen können. „A Rose in the Twilight“ entwickelt sich dabei auch stetig voran, sodass der Anspruch vor allem in der zweiten Hälfte des Spiels deutlich zu spüren ist. In Sachen Kreativität und Abwechslung hat man dann eine gute Balance finden können. Alleine die anfänglichen Schritte erscheinen noch etwas monoton oder einfach aufgebaut. Allerdings braucht man sich dann als Puzzle Muffel auch nicht fürchten, wird man sich gut einfinden können. Zu den wichtigen Aufgaben die Rose bei ihrem Vorangehen erfüllen sollte, ist das Aufsammeln von Erinnerungen, die in Blutgefäßen oder ähnlichen Dingen warten. Kommt Rose damit in Kontakt, dann erscheint eine Art Flashback, welche die Geschichte der einen Person bzw. eine Szene aus der Vergangenheit des Schlosses zeigt. Hierbei handelt es sich meistens um Todesszenen oder andere grausame wie bizarre Bilder.

Doch nur auf diese Weise kann sie die Erinnerungen zurückerhalten und wir erfahren mal mehr, mal weniger von den Geschehnissen in diesem Schloss. Was ist passiert und wer ist Rose wirklich? Aus handlungstechnischer Sicht wird Geschichte fast gänzlich subtil und implizit erzählt. Es kommt sehr viel über das Artdesign, dem Soundtrack und den surrealen Bildern. An direktem Text oder tatsächlichen Dialogen gibt es nicht viel, doch das passt sehr gut zu „A Rose in the Twilight“. Man behält das Geheimnisvolle, das Mysteriöse und Unbekannte stets bei. Die Handlung entwickelt sich dabei durchaus interessant, da man als Spieler nicht viele Ansatzpunkte erhält, weshalb Interpretationsspielraum gegeben ist. Nichtsdestotrotz ist am Ende eindeutig zu erkennen, dass die Geschichte rund um Rose und das Schloss eine tragische ist, die sich in all den Bildern oder Symbolen manifestieren. Die Spielzeit mag mit vier bis fünf Stunden nicht gerade hoch sein, aber „A Rose in the Twilight“ ist ein kleines, feines Puzzle Abenteuer mit guter Atmosphäre und manch intensivem Moment.

A Rose in the Twilight (PlayStation Vita)

Rot in grau, grau in Rot – Was ist die Wahrheit?

A Rose in the Twilight“ besitzt ein stilsicheres Design, eine gute Atmosphäre sowie eine interessante Geschichte, die über implizite Impulse erzählt wird. In diesen Punkten finden wir Stärken und auch das grundsätzliche Gameplay ist nicht schlecht. Auch wenn die Möglichkeiten im Repertoire der beiden Charaktere nicht groß sind, so ergänzen sie sich perfekt. Vor allem in der zweiten Spielhälfte begegnen wir immer mehr intelligent aufgebaute oder sich komplex erstreckende Rätsel, die Spaß machen und zeigen, was möglich ist. Die Abwechslung wird forciert, im Endeffekt aber nicht ganz erreicht. Nichtsdestotrotz wird einem hier nicht langweilig, denn der eigenwillige Stil mit bizarren, surrealen oder gar grausamen Bildern im Kontrast zur niedlichen Rose ist stets spannend. Man spürt immer eine gewisse Intensität beim Spielen, sodass die audiovisuelle Seite des Spiels eine gute Arbeit leistet. Der Umfang mag insgesamt nicht groß sein, aber wer ein paar nette Abende mit einem kleinen mystischen wie horrorangereicherten Abenteuer verbringen möchte, um den Fluch, den das Schloss umgibt, zu verstehen, der ist hier absolut richtig. „A Rose in the Twilight“ ist ein kleines Spiel mit durchaus größerer Wirkung. Wem der Preis aber zu hoch ist, der wartet auf den nächsten Sale. 

A Rose in the Twilight (PlayStation Vita)

Hier noch der Overview-Trailer zum Spiel:

Sayonara to dewa mata.

Koji (2014)

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Euer

Koji

 

Vielen Dank an NIS America für die Zusendung eines Download-Vouchers.

NIS America

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