...Erstellt am 18.04.2017 by Koji 0 Comment

Touhou Genso Wanderer (PlayStation 4)

Heute für Euch gespielt:

Touhou Genso Wanderer“ aus dem Hause „NIS America (Nippon Ichi Software America)“ vom Entwicklerstudio Aqua Style (Touhou Double Focus, Another Face). 

Touhou Genso Wanderer (PlayStation 4)

Schon mal von Touhou gehört?

Konsolenspieler werden Touhou eher nicht kennen. Wer aber zudem auch Anime und Manga Fan ist, der könnte ja vielleicht doch schon einmal davon gehört haben, aber was ist dieses Touhou überhaupt? Serienschöpfer ZUN wird von den Fans unheimlich geliebt und das erste Spiel erschien im Jahre 1996. Es handelt sich dabei um ein Danmaku Spiel oder anders genannt: Bullet Hell, in welchem die Spieler extrem vielen Geschossen und Projektilen ausweichen müssen. Seitdem expandierte die Serie in dieser Nische weiter und brachte viele Fan gemachte Produktionen hervor. Dazu gehören Bücher, Mangas, kleinere Animeumsetzungen und sogar Videospiele. 2014 kam es zu einer überraschenden Meldung, denn ZUN möchte in Zusammenarbeit mit Sony einige Fanmade Spiele für die Playstation Konsole veröffentlichen und das ist einmalig! Das Franchise steht für vollblutige Bullet Hell Action. Allerdings hat sich mittlerweile eine so große Fanbase aufgebaut, dass sich dieses Grundkonzept in unzähligen Genres und Fanprojekten wiederfinden lässt. Bei „Touhou Genso Wanderer“ handelt es sich indes um ein Roguelike Spiel mit Touhou Anstrich. Finden wir nur Fanservice vor oder kann das Spiel auch in der Tiefe Impulsive liefern?

Sich Ebene für Ebene vorkämpfen

Touhou Genso Wanderer“ ist in ein Roguelike Spiel, in dem wir Gegner besiegen und uns Ebene für Ebene vorankämpfen. Als Inspiration kann man Shiren the Wanderer anführen, dass mit Sicherheit Pate gestanden hat. Letztendlich spürt man den Einfluss nicht nur im Spiel, sondern erkennt diesen auch am Titel: „Touhou Genso Wanderer“. Das Vorbild ist also durchaus prominent und wird im Genre hoch angesehen. Es wird also eine schwierige Aufgabe sein sich dem anzunähern. Zum Spiel gehören zufällig generierte Dungeons sowie ein fordernder Schwierigkeitsgrad. Eine intensive Story wird nicht erzählt, da der Fokus auf dem Gameplay liegt. „Touhou Genso Wanderer“ versucht dabei keine großen Innovationen zu implementieren, vielmehr nutzt man alle altbekannten Mechaniken aus dem Genre und versucht diese gut zusammenzuführen. Die Story ist dabei schnell erzählt und auch nicht besonders spannend. Hierbei handelt es sich mehr um ein Mittel zum Zweck. Die Welt muss gerettet werden, nachdem jemand zu einem verrückten Widersacher geworden ist. Dies hat man alles einem mysteriösen Orb zu verdanken, dass dem Antagonisten finstere Kräfte verleiht.

Touhou Genso Wanderer (PlayStation 4)

Als Reimu aus der Touhou Serie durchstreifen wir viele Dungeons, besiegen Gegner, sammeln Items und wollen dem Schrecken natürlich ein Ende bereiten. Gegner besiegen, stärker werden, Gegner besiegen und das so lange, bis man dem Endboss begegnet. Das Besondere? All das hat natürlich irgendwo und irgendwie einen Touhou Bezug. Dies fängt dann natürlich damit an, dass man Reimu begleitet und geht dahingehend weiter, dass man nicht auf Monster trifft, sondern süße Mädels. Bitte was? Ganz genau gehört! In „Touhou Genso Wanderer“ bekämpft man Mädchen für Mädchen und nicht Monster um Monster. Klingt erst einmal komisch, fügt sich in dieser Art von Spiel mit einer gehörigen Portion an Touhou Fanservice aber gut hinein. Auch auf handlungstechnischer Ebene versucht man hier einiges rauszuholen. Dazu gehören einige Dialogsequenzen, die mal die Story fortführen oder mal die Figuren charakterisieren. Beides gelingt „Touhou Genso Wanderer“ aber nur bedingt.

Dies liegt einerseits an der wenig eindrucksvollen Grundsituation und andererseits daran, dass die Gespräche nicht sehr interessant gestaltet worden sind. Man erhält selten Moment, in denen es wirklich zu einer Charakterisierung kommt und wenn das auf den Großteil des Spieles zutrifft, dann muss man konstatieren, dass die Dialoge nicht gut geschrieben worden sind. Sie erheitern vielleicht mal mit Humor oder mal mit vollkommener Banalität, aber sie tragen selten zur Geschichte oder den Charakteren bei. Damit bleiben beide Elemente blass und ehe man es sich versieht, fängt man sogar an einige Passagen wegzuklicken, weil die Dorfbewohner nicht Spannendes oder Relevantes zu erzählen haben. Beim ersten Aufeinandertreffen erhofft man sich, dass da etwas kommt, aber nach und nach wird deutlich, dass die Handlung mit zum Teil sehr ausufernden Gesprächen überaus blass bleibt. Selbst der Humor nimmt nach einer gewissen Zeit ab, weil sich bestimmte Witze abnutzen oder sich zu oft wiederholen.

Touhou Genso Wanderer (PlayStation 4)

Abseits von solchen Abstechern ist die Erzählung innerhalb der Dungeons nonexistent. Es gibt keine Dialoge und auch keine handlungsantreibenden Elemente. Das ist für ein roguelike Spiel in Ordnung, aber bei „Touhou Genso Wanderer“ fehlt es auch an impliziten Faktoren, die für kontextuelle Spannung sorgen können. Was ist mit der Spielwelt, den Gegnern und dem Design? Dieses ist sehr auf Zucker gebürstet und insgesamt doch ziemlich austauschbar. Man kann zu keiner Zeit eine implizite Komplexität aufbauen, weil das Spiel in seinen Facetten sehr einfach bleibt. „Touhou Genso Wanderer“ ist eher eine nettes, seichtes Abenteuer ohne größere Tiefe, was schade ist. Denn mit der Spielwelt oder subtilen Elementen kann man einiges anstellen. Wem diese Komponente für ein Rouguelike Spiel nicht wichtig ist, der wird mit „Touhou Genso Wanderer“ Spaß haben, weil es in der Spielmechanik eine ganz klassische Erfahrung zu vermitteln versucht.

Man nutzt keine neuen Funktionen, man drückt nie seinen eigenen Stempel auf, vielmehr vertraut man auf die bekannten Gepflogenheiten des Genres. Die Formel aus Charakter stärken, Loot zu sammeln und Gegner zu besiegen, motiviert auch hier. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad natürlich auch an, denn je weiter und tiefer man in den Dungeon kommt, desto härter werden die Gegner sein. Hinzu gesellen sich einige Fallen, auf die man aufpassen muss. Ein Ableben führt zum Neustart der Ebene. Allerdings wird man prompt auf Level 1 zurückgesetzt. Alleine die Ausrüstung hilft uns dabei noch mit den Gegnern zurechtzukommen. Das Ganze ist also wirklich fordernd und manchmal vielleicht gar frustrierend, wenn man alles verliert. Manch fiese Falle zerstört mal eben so unsere gesamte Ausrüstung. Dieser knackige Schwierigkeitsgrad wird Veteranen erfreuen, weil sie Erfolge umso befriedigender werden. Alle anderen sollten sich darauf gefasst machen, dass manche Neustarts wirklich fies sein werden. Da die Dungeons auch noch zufallsgeneriert aufgebaut werden, gibt es kein Muster für Orientierung. Immer wieder gilt es die Ebenen neu zu erkunden zu verstehen, wohin es nun geht. Das Spiel bedient also nur eine Nische und ist mit Sicherheit nicht für jeden geeignet. 

Touhou Genso Wanderer (PlayStation 4)

Nur die harten kommen in den Garten

Touhou Genso Wanderer“ baut auf ganz klassische Tugenden des Genres, sodass nur wenige Fehler verzeiht werden. Das kann dann schon einmal zu Frust führen, wenn man alles verliert. Daher richtet sich das Spiel nicht nur an Fans von Touhou, sondern auch an Genrefreunde, die sich dieser Herausforderung gewachsen fühlen. Man benötigt schon eine gewisse Portion an Geduld und Frustresistenz. Wenn man diese nicht hat, dann wird man selbst als Touhou Fan irgendwann die weiße Fahne hissen. Aus spielmechanischer Sicht funktionieren die Elemente gut, sodass man eine ordentliche Gameplaymechanik vorfindet. Der Touhou Anstrich ist dann nett, aber nicht so der Rede wert, weil weder die Story, noch die Dialoge zu überzeugen wissen. Aus technischer Sicht bleibt man hier minimalistisch. Nur für beinharte Genrefreunde zu empfehlen.

Hier noch ein Trailer zum Spiel:

Sayonara to dewa mata.

Koji (2014)

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Euer

Koji

 

Vielen Dank an NIS America für die Zusendung eines Download-Vouchers.

NIS America

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