...Erstellt am 12.04.2017 by SirBozzy 4 Comments

Horizon: Zero Dawn (PlayStation 4)

Heute für euch gespielt:

Horizon: Zero Dawn“ aus dem Hause „Sony Computer Entertainment“ entwickelt beim niederländischem Studio Guerilla Games (Killzone Mercenary, Shellshock: Nam ’67). Ob sich der Griff zu diesem PS4-exklusivem Titel lohnt, könnt ihr nun in diesem Test erfahren! Eines allerdings vorab, es wir keine Spoiler zur Geschichte geben, weswegen ihr getrost den ganzen Text lesen könnt.

Horizon: Zero Dawn (PlayStation 4)

Von der kleinen Ausgestoßenen zur großen Kriegerin

Der Plot dreht sich um ein junges Mädchen mit dem herrlichen Namen Aloy, welches in einem Berg aufgefunden wurde und seitdem als Ausgestoßene leben muss. Zum Glück findet sie schnell Rost, ihr Ziehvater, der sie aus der Wildnis befreit und sie auf das Leben in der von der Natur zurückgekämpften Welt vorbereitet. In einer Ruine stößt die kleine Heldin auf einen Focus, der ihren Werdegang maßgeblich verändern soll. Mit dem kleinen Gerät, das einem Ohrstecker ähnelt, kann sie prima auf eine Umgebung eingehen und Gefahren erkennen oder Maschinen scannen. Wenige Jahre später, ihr Training trägt bereits Früchte, tritt sie in einer großen Stadt im Noragebiet bei einer Prüfung an. Der Gewinner wird in den Stamm aufgenommen und darf die Dorfältesten um eine Antwort auf eine Herzensfrage bitten. Natürlich gibt es für die bereits herangewachsene Aloy nur eine Frage. Wo kommt sie her und wer ist ihre Mutter? Doch wie es ihre Bestimmung will, soll es bei der Prüfung ganz anders kommen als geplant.

Weiter möchte ich in der Geschichte nicht erzählen. An sich war schon das zu viel für die außergewöhnlich gute Story rund um Aloy, die unterschiedlichen Stämme und ihrem Schicksal. Hinter jedem Detail steckt eine kleine Geschichte. Sei es die außergewöhnlichen Maschinenwesen, die bezaubernden Orte oder nur die kleinste Nebenquest. Wer auf Unterhaltung gezielt aus ist, wird sich in dieses Spiel verlieben, denn die Mischung aus Sci Fi und historischen Kontext ist perfekt gelungen. Die Entwickler haben es geschafft, mit der Neugierde zu spielen, aber Dinge nicht lang genug in die Länge zu ziehen. Bis auf die eigentliche Frage über die Herkunft, die sich als roten Faden durch das Gesamte Abenteuer zieht, kommt es immer wieder zu neuen Enthüllungen die innerhalb von wenigen Spielstunden wieder völlig erklärt werden und schlussendlich wieder neue Fragen aufwerfen. So wird die Story nie langweilig und gestaltet sich dynamisch.

Horizon: Zero Dawn (PlayStation 4)

Aloy selbst wächst mit jeder Aufgabe über sich hinaus und genau das spürt man auch beim Spielen. War ihr das Töten von Menschen anfangs noch sehr unangenehm, lernt sie schnell, dass dies ein wichtiger Aspekt im Überleben ist. Schließlich kennt sie andere Stämme und deren Aggressivität nicht. Mit unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten in den zahlreichen Dialogen, kann man der Kriegerin einen eigenen Stempel aufdrücken. Leider haben diese Antwortmöglichkeiten keine direkte Auswirkung auf die Story, weswegen man schnell dazu neigt, irgendetwas zu nehmen.

Die Welt

Das wohl positivste an „Horizon: Zero Dawn“ ist die faszinierende Welt mit all ihren sehenswerten Ruinen und den mysteriösen Maschinenwesen, dessen Herkunft erst Stunden nach dem Fortschreiten der Story gelüftet wird. Man kann sichtlich erkennen, dass es auf diesem Planet durchaus auch mal eine Zivilisation wie unsere gegeben hat. Doch was ist passiert? Überall sind Ruinen verstreut, zerfallene Gebäude und seltene Autowracks. Der Spieler erkennt, dass bereits eine lange Zeit zwischen den Vorfall und der derzeitigen Situation vergangen sein muss. Während ihr euch also so durch Wüste, Schneeberge oder Dschungel durchkämpft stoßt ihr vermehrt auf die Maschinenwesen, die an Tiere und Dinosaurier angelehnt sind. Open World typisch wartet hinter jeder Ecke eine Aufgabe, die euch tiefer in die Welt einführt. So geratet ihr zwischendurch in eine Sackgasse, wo ihr von Feinden ausgeraubt werden sollt oder ihr müsst ein Banditenlager einnehmen, was euch wiederum einen Reisepunkt und Händler freischaltet. Durch die große Welt schreiten auch Langhälse, die ihr besteigen müsst, um die Umgebung aufzudecken. Das alles ist noch nicht genug? Dann könnt ihr doch die Sammelgegenstände suchen in Form von Metallblumen, Panoramablicken oder Banukstatuen. Besonders toll sind die Panoramabilder, die euch zeigen, wie der Ausblick aussah, bevor die Welt ins Ungleichgewicht gefallen ist. Wer die Statuen sammeln möchte, muss sich auf einen kleinen Kletterparcour gefasst machen. Zwar klingt das alles nach nichts Neuem und typische Open World Unterhaltung, dennoch versucht „Horizon: Zero Dawn“ es nicht mit solchen Dingen zu übertreiben. Es gibt keine 100 Blumen zu sammeln, oder 50 Statuen. Die Anzahl der Sammelgegenstände ist überschaubar und hinter jeder gefundenen Blume steckt ein kleines Gedicht. Insgesamt warten lediglich 21 Nebenaufgaben auf euch, die mal kürzer und mal länger ausfallen. So müsst ihr ein Dorf mit einem besonderen Raketenwerfer beschützen und bringt somit eine Brücke zum Einstürzen. Wer nun Angst hat zig Kilometer sinnlos herumzulaufen, den kann ich beruhigen. Auf der Gesamten Map sind zahlreiche Lagerfeuer großzügig verteilt, sodass ihr recht rasch an eurem Ziel seid. Einziger Manko, ihr müsst bevor ihr diese Nutzen könnt, diese erst bereist haben.

Horizon: Zero Dawn (PlayStation 4)

Das Kampfsystem für jedermann

Man mag es kaum glauben, aber auch im Kampfsystem versucht „Horizon: Zero Dawn“ andere Wege zu gehen, als man vom Entwicklerstudio gewohnt ist. Ausgerüstet mit einem Speer könnt ihr euch durch Horden von Gegner schlagen, werdet aber gerade im höheren Schwierigkeitsgrad recht schnell daran scheitern. Es bedarf also einer Waffe mit mehr Taktik. Also einen Pfeil und Bogen. Ich persönliche habe vorwiegend mit den unterschiedlichen Bögen gespielt, da Aloy nicht sonderlich viel Schaden einstecken kann und ich so die Tierchen auf Abstand halten konnte. Mit eurem als kleines Kind gefundenen Fokus scannt ihr also eure Gegner und findet so die einzelnen Schwachstellen heraus, auf die ihr dann euren Pfeilhagel loslassen könnt. Tippt ihr kurz R2 seid ihr zwar schnell, aber eure Pfeile unpräzise, drückt ihr R2 aber länger, spannt Aloy den Bogen und ihr könnt so präzise einen Pfeil in ein ausgewähltes Ziel setzen. Mit dieser Methode könnt ihr einem Verwüster, eine Art Säbelzahltieger mit MG am Rücken, die Waffen wegschießen. Seit ihr schnell genug, könnt ihr euch diese schnappen und damit ordentlich Schaden austeilen. Es gibt vier Elemente, mit denen eure Pfeile bestückt sein können. Diese reichen von Schock bis Feuer. Trefft ihr mit Feuer auf einen Lohebehälter eines Gegner, so wird sich dieser Entzünden und in die Luft gehen und richtet Schaden auch bei benachbarten Gegnern an. Wem dieser taktische Aspekt nicht reicht, der kann zu Schleudern, Seilwerfern zum Befestigen der Gegner am Boden und Stolperdrähte greifen. Bringt ihr so eure Gegner zum Taumeln, könnt ihr einen kritischen Schaden erzielen. Eine gute Mischung aus all den Möglichkeiten führt wohl zum besten Ergebnis. Nach den ersten Missionen erlangt ihr, mittels eures Stabes, Gegner für euch zu gewinnen. Durch dieses Überbrücken könnt ihr sie reiten, oder für euch kämpfen lassen. Es gibt auf der Welt Jagdmissionen, wo ihr mit den Mechaniken und den Möglichkeiten vertraut gemacht werdet. Dort lernt ihr mittels Herausforderungen den perfekten Kampf gegen die unterschiedlichen Gegner kennen. Habt ihr alle Jagdmissionen geschafft, also auf Blutsonne (Gold Status) abgeschlossen, winkt in der großen Stadt Meridean eine tolle Ausrüstung auf euch. Wem das alles immer noch zu langweilig wirkt, kann ja gerne probieren, Kämpfe aus dem Stillen und Heimlichen zu führen. Versteckt ihr euch im Gras, können euch die Metalldinger nicht sehen und ihr könnt sie mit stillen Schlägen ausschalten. Allerdings lässt sich nicht jede damit instant töten, weswegen ihr dann meist erst recht zu Pfeil und Bogen greifen müsst.

Horizon: Zero Dawn (PlayStation 4)

Beschäftigungstherapie oder Rollenspielelement?

Die offene Welt bietet nicht nur viel Möglichkeit durch die Gegend zu laufen, sondern kitzelt den Überlebenskünstler aus euch heraus. So sammelt ihr zig Gegenstände von Kräutern und Hölzer bis hin zu Metallscherben, welche als Zahlungseinheit in „Horizon: Zero Dawn“ dienen. Besonders viele bekommt man nicht davon, weswegen man schon genau aufpassen sollte, wenn man sich eine neue Waffe oder Rüstung besorgt. Habt ihr genug Rohstoffe könnt ihr ein wenig Craften. So stellt ihr eure eigenen Tränke her, nachdem ihr paar Wildschweinen das Fell über die Ohren gezogen habt. Neben diesen Tränken könnt ihr euch auch direkt Heilkräuter sammeln, die euch per schnell Heilen mit Lebensenergie überschüttet, sofern der Kräuterbalken gefüllt ist. Das Sammeln ist auch für die Herstellung der Wurfgeschosse wichtig. Jeder erstellte Pfeil benötigt Holz und Scherben. Mit der Zeit werdet ihr recht schnell viel Loot beisammen haben und ihr müsst euren Beutel erweitern oder ständig einen Händler aufsuchen. Dafür müsst ihr ähnlich wie in Red Dead Redemption ein wenig Material farmen und euch größere Kapazitäten zusammencraften. Mit der Zeit steigt ihr im Level auf und könnt erlernte Skillpunkte in drei unterschiedlichen Skillbäumen ausgeben. Diese dienen dem Sammeln, dem Kampf usw. Im Laufe eines Durchgangs ist es möglich, den Gesamten Baum zu füllen, ohne Levelgrinden zu müssen. Generell muss man bis auf die Materialien, die allerdings sehr großzügig verteilt sind, kaum Farmen oder Leveln.

Horizon: Zero Dawn (PlayStation 4)

Fazit:

Ach was staunte ich nicht schlecht, als wir 2015 auf der E3 mit einem tollen Trailer von „Horizon: Zero Dawn“ überrascht wurden. Endlich ein Spiel ohne bekannter IP dahinter. Was völlig neues, mit einer Welt, die mich staunen lässt und mir gleichzeitig zig Fragenzeichen ins Gesicht schleudert. Bewusst habe ich bis zum Release, keinen Trailer mehr gesehen und mich völlig im Unklaren gelassen, was aus dem Spiel wurde. So kam es, dass ich absolut überrascht war, als ich menschliche Gegner als Feinde hatte. Dachte immer, die Maschinen wären die schlimmsten Wesen. Die Geschichte selbst fesselte mich ständig an mein Gamepad und lediglich das Ende des Akkus konnte mich von einem langen Marathon unterbrechen. Insgesamt werdet ihr für 100% an die 50-60 Stunden spielen müssen. Trophäen Jäger aufgepasst, das Gesamte Spiel lässt sich mit nur einem Durchgang komplett durchspielen und es ist nichts verpassbar, sodass ihr einfach „Horizon: Zero Dawn“ mit eurem Tempo und Vorgehensweise genießen könnt. Für mich persönlich ist es bereits schon jetzt, das Spiel des Jahres und ich hoffe, mit dem Test genug Menschen davon überzeugen zu können, das Spiel zu kaufen.

Horizon: Zero Dawn (PlayStation 4)

Und hier noch der offizielle Launch-Trailer zum Spiel:

Keep on rockin´!

SirBozzy

.

Euer

SirBozzy

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Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die Überlassung eines Download Vouchers.

4 Responses so far.

  1. Katrin K. sagt:

    Es sieht einfach so gut aus *__*
    Und meine Freunde spielen es alle schon, während ich immer noczh versuche FFXV zu Ende zu bekommen xD (Es gibt zu viele Nebenaufgaben).
    Spiel des Jahres klingt wirklich nach etwas Besonderem und allein die Natur, die ich in verschiedenen Trailern gesehen habe, lädt direkt zum Staunen ein. Schon bei The Witcher bin ich dann teilweise nur umhergeritten und habe sie bewundert, ohne zu kämpfen ^^

  2. marshel sagt:

    Ich finde ja auch, dass es ziemlich geil aussieht! Aber ich bin leider überhaupt kein Freund von solch Open World Spielen mit unzähligen Möglichkeiten.. mir ist das alles zu überladen (darum spiele ich z.B. auch kein GTA). Ich lasse mich gerne berieseln und werde etwas geleitet durch eine gewisse Gradlinigkeit. Leider hat es noch keiner meiner Freunde, daher kann ich es auch nichtmal selber ausprobieren.. man irrt sich ja doch gerne und ist dann nachher doch hin und weg 😀

    • SirBozzy sagt:

      Spät aber doch ein Kommentar dazu: Im Gegensatz zu einem GTA hast du hier keine Überladung von sinnlosem Zeugs (like GTA IV mit 200 Tauben). Die Sammelgegenstände sind stark begrenzt und hören genau dann auf, wenn es anfängt nervig zu werden. Dabei schicken euch diese Sammelgegenstände in tolle Gegenden mit noch schöneren Aussicht und erzählen eine Geschichte aus der Vergangenheit. Oder man besucht eine von 5 Brutstetten und stellt sich am Ende einen Boss Arena Battle. Die Nebenquest sind zwar mit der Zeit eintönig, gehe dahin und verfolge den, allerdings immer gut verpackt mit einer tollen Story zum staunen. Davon gibt es aber im Endeffekt auch nur 20 Stück in etwa. Gerade diese limitierte Begrenzung hat mich in den 40-50 Stunden Spielzeit für Platin nie im Glauben lassen, hier gerade Lückenfüller zu absolvieren.

  3. Latarox sagt:

    Ich habe das Spiel nun auch bei mir liegen und gestern in die Konsole gefeuert. Nur zum zocken kam ich nicht mehr…..ich habe einige Streams gesehen und freue mich tierisch. Das die Platin auch noch relativ „leicht“ zu holen ist, freut mich umsomehr.
    Jetzt wird FF15 beendet und dann geht es es los 🙂

    Sehr schönes Review. 🙂

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