...Erstellt am 07.09.2016 by Koji 0 Comment

Touhou Genso Rondo Bullet Ballet (PlayStation 4)

Heute für Euch gespielt:

Touhou Genso Rondo Bullet Ballet“ aus dem Hause „NIS America (Nippon Ichi Software America)“ vom jungen japanischem Entwicklerteam CubeType.

Touhou Genso Rondo Bullet Ballet (PlayStation 4)

Schon mal von Touhou gehört?

Konsolenspieler werden Touhou eher nicht kennen. Wer aber zudem auch Anime und Manga Fan ist, der könnte ja vielleicht doch schon einmal davon gehört haben, aber was ist dieses Touhou überhaupt? Serienschöpfer ZUN wird von den Fans unheimlich geliebt und das erste Spiel erschien im Jahre 1996. Es handelt sich dabei um ein Danmaku Spiel oder anders genannt: Bullet Hell, in welchem die Spieler extrem vielen Geschossen und Projektilen ausweichen müssen. Seitdem expandierte die Serie in dieser Nische weiter und brachte viele Fan gemachte Produktionen hervor. Dazu gehören Bücher, Mangas, kleinere Animeumsetzungen und sogar Videospiele. 2014 kam es zu einer überraschenden Meldung, denn ZUN möchte in Zusammenarbeit mit Sony einige Fanmade Spiele für die Playstation Konsole veröffentlichen und das ist einmalig! Noch nie hatte es ein Touhou Spiel auf der Konsole gegeben. Das Debüt macht also „Touhou Genso Rondo Bullet Ballet“. Hierbei handelt es sich aber nicht um einen klassischen Danmaku Shooter.

Touhou Genso Rondo Bullet Ballet (PlayStation 4)

Zwei in eins?

Was ist es dann, wenn es nicht die klassische Bullet Hell Action ist? Mit „Touhou Genso Rondo Bullet Ballet“ einen Hybriden vor, der zwei Spielkonzepte zu vereinen versucht. Hierbei treten zwei Charaktere gegeneinander an und wer die Lebensleiste des Gegners auf null reduziert, der gewinnt. Dieses Grundkonzept lehnt sich an ein Fighting Game an. Was Touhou aber ausmacht sind  die vielen Projektile, die bunten Effekte und wirklich bildschirmfüllende Geschosse, sodass man kaum weiß, wo oder wie man hier noch ausweichen kann und auch dieses Elemente ist natürlich mit an Bord. Dies ist zweifellos eine gewagte Kombination und die Frage ist: Geht dieses Konzept auch auf? Einsteigen sollte man bei diesem Spiel am besten im Tutorial, denn selbst für Touhou Veteranen könnte dieses Konzept gänzlich neu sein.

Von der Grundstruktur her steuern wir die Charaktere aus einer Art Isoperspektive und haben damit den nötigen Überblick für alle Projektile, um diesen auch ausweichen zu können. Dahingehend lehnt man sich der typischen Touhou Action an. Das Tutorial lässt sich im Hauptmenü auswählen und erklärt uns in einem etwa zehnminütigen Vortrag, welche Funktionen es gibt und welche Angriffe, was bewirken. Das Vorhandensein eines Tutorial ist schon einmal sehr gut, denn „Touhou Genso Rondo Bullet Ballet“ ist mit Sicherheit kein intuitives Spiel, erst recht nicht für Anfänger. Leider gestaltet sich das Tutorial als etwas zäh und schwierig. Das Konzept, dass die Funktionen von zwei Charakteren erklärt beispielhaft dargestellt werden, ist eine gute Idee, aber die Tatsache, dass wir als Spieler keinerlei Mechanik selbst ausprobieren können, weniger.

Dadurch wirkt das Tutorial wirklich wie in Vortrag, in welchem man wichtige Dinge fast schon aufschreiben muss. Wenn wir eine Mechanik nicht direkt verstanden haben und diese gerne noch mal erklärt haben möchten, so ist ein Zurückspulen nicht möglich. Nur ein kompletter Neustart des Tutorials, was wirklich ärgerlich ist. Dadurch, dass man im Tutorial keinerlei Mechanik direkt ausprobieren kann, wird das Verständnis erschwert. Ein Learning by Doing Mechanismus hat in vielen Fällen schließlich schon Wunder bewirken können. Das Tutorial ist mit Sicherheit kein Totalausfall, dafür ist es dann doch zu charmant konzipiert, aber es zeigt eben auch sichtliche Schwächen auf. Hier rate ich euch doch noch mal in die Online Anleitung reinzuschauen, wo es immerhin kurze Erklärungen gibt.

Touhou Genso Rondo Bullet Ballet (PlayStation 4)

Inmitten einer Projektilflut

Touhou Genso Rondo Bullet Ballet“ ist also durchaus kompliziert und da hilft es nur, dass man sich einfach mal in den Kampf stürzt und es versucht. Dies habe ich im Versus Modus gegen die KI getan. Erfreulich ist, dass es verschiedene Schwierigkeitsgrade gibt. Von 1 (einfach) bis 9 (schwierig) bietet das Spiel eine gute Palette, um jeden Spieler die optimale Herausforderung bieten zu können. Meinen ersten Kampf gegen die CPU habe ich auf 2 bestritten. Einfach aus dem Grund, dass mich das Tutorial ein wenig erschlagen hatte und ich nicht so genau weiß, was nun genau zu tun ist. So ein leichter Probekampf kann für den Anfang also definitiv nicht schaden. Der Gegner ist auf dieser Schwierigkeitsstufe dahingehend recht einfach zu bespielen. Die Chance, dass wir uns mit der Steuerung vertraut machen können.

Denn selbst bei der einfachen Bewegung unserer Spielfigur gibt es drei Varianten. Die normale Bewegung, die langsame und die schnelle.  Bei letzterer handelt es sich eher um einen schnellen Ausweichschritt, der dann nützlich ist, um Gefahren schnell zu entkommen. Die langsame Variante hilft uns auch bei bildschirmfüllenden Geschossen präzise auszuweichen. Außerdem wir dadurch das sogenannte „Grazing“ ermöglicht. Wer möglichst nahe an einem Projektil ausweicht, der kann sehen, wie sich die Charge Leiste auffüllt. Diese ist für die entsprechenden Charge Angriffe von Bedeutung. Bei den Angriffsoptionen gibt es ebenfalls drei Varianten. Für jede von ihnen gibt es einen separaten Balken, weshalb man einen geübten Blick dafür entwickeln sollte. Angriffe sind natürlich nicht möglich, wenn der Balken leer ist. Main und Sub Attacks laden sich mit der Zeit automatisch auf, während der Charge Balken durch das gezielte Ausweichen aufgeladen wird.

Touhou Genso Rondo Bullet Ballet (PlayStation 4)

In Kombination mit den Bewegungsvarianten ergeben sich weitere Angriffsvarianten, sodass wir insgesamt genügend Möglichkeiten haben. Diese unterscheiden sich dann noch einmal von Charakter zu Charakter, wovon es insgesamt zehn gibt. Unsere Attacken bestehen natürlich aus den unterschiedlichsten Varianten von Projektilen, die mit der Zeit den ganzen Bildschirm füllen können. Diesen auszuweichen ist vor allem am Anfang schwierig, weil man erst ein Spielgefühl entwickeln muss. Hierfür braucht es auch einfach an Zeit, die man sich nehmen muss. Wer es schafft, der kann dann sogar Angriffe starten ohne große Pausen einsetzen zu müssen, weil der Wechsel gekonnt vollzogen wird, sodass kein einziger Balken den Leerstand erreicht. Dies ist auf höheren Schwierigkeitsgraden auch bitter nötig.

Des Weiteren bietet das Spiel noch die sogenannten Spells. Diese können wir als eine Art Spezialangriff ansehen. Einmal ausgelöst, verändert das Spiel seine Struktur und der Nutzer dieser Fähigkeit befindet sich dann am oberen Bildschirm, während der Gegner am unteren ist. Diese Konstellation ähnelt der typischen Touhou Serie schon sehr. Der obige hat die Möglichkeit verschiedene und wirklich sehr starke Attacken zu initiieren, während der untere diesen ausweicht und versuchen kann den obigen anzugreifen. Dieses Geschehen ist effektvoll und für Touhou Fans recht schick in Szene gesetzt worden. Dies gilt auch für die Charaktere und das Artdesign, wenngleich das Spiel technisch auf absoluter Sparflamme agiert. „Touhou Genso Rondo Bullet Ballet“ läuft flüssig und hat nette Effekte, aber abseits dessen bietet das Spiel optisch nichts. Für Fans mag dies aber nicht allzu schlimm sein.

Touhou Genso Rondo Bullet Ballet (PlayStation 4)

Ungewöhnlich, anders und gewöhnungsbedürftig

Das Spielprinzip von „Touhou Genso Rondo Bullet Ballet“ ist wirklich speziell und zudem durchaus kompliziert aufgebaut, wenn man es das erste Mal ausprobiert. Daher benötigt es Zeit, bis man mit dem Spiel zurechtkommt. Neben dem genannten Versus Modus gegen die KI, geht dieser auch gegen menschliche Mitspieler am selben Bildschirm. Wenn ihr damit jemanden begeistern könnt, dann sind einige lokale Runden doch immer gerne gesehen. Das Spiel bietet überdies noch weitere Modi. Dazu gehört ein Story Modus, welcher aber sehr rudimentär gehalten ist. Es ähnelt er einem Arcade Modus mit kleineren Story Schnipseln zu jeden der Charaktere. Das ist nichts Besonderes und Touhou Fans könnten dahingehend doch mehr erwarten. Beim Arcade genannten Modus handelt es sich um eine Abfolge von immer schwerer werdenden Kämpfen. Der Umfang von „Touhou Genso Rondo Bullet Ballet“ ist also nicht sehr groß, geht für ein Fanmade Game aber natürlich mehr als in Ordnung. Touhou Fans, die das Spiel noch nicht kennen sollten es unbedingt ausprobieren. Komplette Neueinsteiger sollten sich darauf gefasst machen Zeit mitzunehmen, denn es ist kein Titel, der sofort begeistert und spielerisch direkt funktioniert.

Touhou Genso Rondo Bullet Ballet (PlayStation 4)

Hier noch ein Trailer zum Spiel:

Sayonara to dewa mata.

Koji (2014)

.

Euer

Koji

 

Vielen Dank an NIS America für die Zusendung eines Download-Vouchers.

NIS America

Touhou Genso Rondo Bullet Ballet (PlayStation 4)

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