...Erstellt am 24.05.2016 by Koji 0 Comment

République (PlayStation 4)

Heute für Euch gespielt:

République“ aus dem Hause „NIS America (Nippon Ichi Software America)“ entwickelt beim amerikanischem Studio Camouflaj´und GungHo Online Entertainment (Ragnarok Odyssey, Puzzle & Dragons Z + Puzzle Dragons Super Mario Bros. Edition

République (PlayStation 4)

Big Brother is watching you!

Willkommen in einer vernetzten Welt mitsamt totaler Überwachung! George Orwells „1984“ dürfte einigen in den Sinn kommen, wenn man sich auf einen Staat der totalen Überwachung beziehen möchte. Es fehlt die Freiheit, es fehlt die Privatsphäre und es fehlen Momente des Alleinseins, wenn überall Kameras vorhanden sind, welche alles und jeden im Auge haben. Orwells Roman hat eine atmosphärisch dichte und auch nachvollziehbare Dystopie erschaffen, welche durchaus prägend ist. Angelehnt an solch einem Konzept der totalen Überwachung, in denen die Kameras alles und jeden sehen können und in denen Manipulation ganz selbstverständlich dazugehört, ist auch „République“. Geheimnisse, Mysterien, Misstrauen und totales Vertrauen. All das findet man vor: Die einen sind schon so manipuliert worden, dass sie dem Staate bedingungslos folgen und die anderen, quantitativ deutlich in der Unterzahl, hegen Misstrauen, lassen sich nicht brechen und versuchen ihre Freiheit zu erlangen.

Dazu gehört auch 390-H oder auch, wie sie sich selbst nennt, Hope. Sie strebt nach Freiheit und möchte daher aus Metamorphosis fliehen, was in einem Überwachungsstaat ja schier unmöglich erscheint. Dennoch wagt sie den Versuch und bekommt Hilfe in Form des Spielers. Wir begleiten Hope, indem wir durch die vielen Kameras schauen, um ihr so den Weg zu zeigen und zu helfen. Der Spieler ist also nicht Hope, vielmehr sind wir ein externer Faktor, welcher sich in das Sicherheitsnetzwerk hacken konnte, um so Zugriff auf alle relevanten Kameras zu haben. Dadurch können wir eindeutig erkennen, wo sich die Wachen befinden und wo der ideale Weg für Hope ist, um voranzukommen. Dieses Konzept der Dystopie ist zweifellos eine sehr interessante, auch wenn es mittlerweile schon viele Werke gegeben hat, welche die Problemstellungen oder Fragen aus Orwells Roman aufgegriffen haben. Trotzdem ist „République“ unter all diesen Werken doch besonders, schauen wir doch tatsächlich immer selbst durch die Kameras, um Hope zu helfen.

République (PlayStation 4)

An allen Wachen vorbei

Hopes Weg ist wahrlich kein leichter. Der Weg zur Freiheit ist lang! Und auf diesem Weg wird man sich auch immer wieder fragen, was es wirklich mit diesem totalitären Staat auf sich hat. Es ist in gewisser Weise auch ein Weg, der uns mehr Erkenntnisse bringen soll und das ist ziemlich interessant, während das etwas andere Stealth Gameplay auch seine Momente hat. Dadurch, dass wir Hope nicht aktiv steuern, sondern durch all die vielen Kameras schauen, ergibt sich alleine daraus schon ein ungewöhnliches Spielgefühl und „République“ ist eben auch ein Spiel der eher ungewöhnlichen Sorte, auf das man sich einlassen muss, um Gefallen daran zu finden.

Wer sind wir überhaupt? Keine Ahnung, vielleicht wird das im Verlauf ja klarer, aber viel wichtiger ist doch erst einmal, dass wir Hope bei ihrem Weg helfen! Wir haben Zugriffsrechte auf ihr Handy und allen elektronischen Geräten in ihrer Umgebung. Dazu gehören Kameras, Türen, Computer, Alarmanlagen oder auch Kaffeemaschinen. All dies ist auch verdammt wichtig, um Hope überhaupt helfen zu können. Dazu gilt es von Kamera zu Kamera zu wechseln, um sich einen Eindruck vom Areal zu schaffen, zu sehen, was es gibt und wo die Wochen positioniert sind, damit wir Hope auch zielsicher leiten können. Wir steuern Hope zwar nicht aktiv, aber wir zeigen ihr den Weg und geben ihr quasi Anweisungen, welche sie brav befolgt.

Der Zugriff auf all die elektronischen Geräte soll für uns ein Vorteil sein, da wir die Umgebung ein wenig manipulieren können. Das Öffnen von Türen soll Hope weiterbringen, ebenso bringt das Verschließen von Türen dann Vorteile, wenn wir es schaffen Wachposten einzusperren. Betätigen wir einen Fehlalarm, um für Unruhe zu sorgen? Vielleicht. Wir könnten aber auch eine Kaffeemaschine in Gang setzen, um eine Wache für kurze Zeit abzulenken. All diese Möglichkeiten sollten wir uns im Hinterkopf behalten und auch einsetzen, denn Hope möchte bestimmt nicht von den Wachen gefangengenommen werden. Denn auch Hope gehört zu denjenigen, die strikt nach einem Muster erzogen werden sollen, um dem totalitären Staat perfekt zu dienen.

Kommt es doch mal zu einem direkten Aufeinandertreffen mit der Wache, dann hilft nur das Benutzen von Pfefferspray oder Elektroschockern. Doch Obacht: Damit werden die Wachen nur betäubt, sodass man sie mit Sicherheit nicht für immer entledigt hat. Deshalb sollte man danach sofort weiter und sich verstecken. So eine Auseinandersetzung kann im frequentierten Fall ja nicht immer gut ausgehen. So ungewöhnlich sich „République“ auch anfühlen mag, man kann sich dem mit der Zeit annähern und dann macht das Spiel wirklich Spaß. Man hat das Gefühl, als sei man ein Hacker, der Dinge in der Umgebung eben auch manipulieren kann. Diese Art der Steuerung mag nicht jedem gefallen, weil sie eben anders ist, weshalb die Entwickler durchaus mutig gewesen sind. Doch gerade dieses Ungewöhnliche macht „République“ auch irgendwo aus.

République (PlayStation 4)

Umgebungsmanipulation und -analyse

Das Vorausschauende Agieren macht dann vieles aus. Wenn wir Hope leiten, dann sollten wir wissen, welche Möglichkeiten es gibt. Ein paar Klicks in unterschiedliche Kameras weiter voraus ist ebenfalls keine schlechte Idee, um sich einen Überblick zu verschaffen, bevor Hope weitervoranschreitet. Kommt es nämlich doch einmal zu einer etwas brenzligeren Situation, so können wir durch das vorangehende Analysieren der Umgebung direkt ein paar Asse ausspielen. Dazu gehört das Ablenken der Wache durch Umgebungsmanipulation oder eben auch das Gezielte schließen von Türen. All das wirkt im Spielgeschehen mit der Zeit doch sehr intuitiv und unterhaltsam.

Nebenbei kann das Erkunden der Umgebung auch sinnvoll sein, weil das Spiel einige versteckte Gegenstände bereithält. Mit diesen darf man sich bspw. weitere Fertigkeiten freischalten (wie das Aktivieren eines Anrufbeantworters). Oder man schaut sich ab und an mal manche Computer an, in denen Informationen oder Emails zu lesen sind und hier lässt sich sagen, dass „République“ auch vieles aus diesen impliziten Informationen zieht, um die Geschichte gehaltvoller zu machen. Nicht selten erfährt man daraus interessante oder gar wichtige Dinge, welche das Spiel weiter tragen. Dies führt aber auch dazu, dass man solche Dinge leider verpassen kann.

Die Handlung wird nämlich sehr implizit erzählt. Es gibt kaum Zwischensequenzen oder Dialoge, vielmehr bezieht man all die Informationen aus seiner Umgebung, indem man diese untersucht und beobachtet. Ein interessanter und auch passender Ansatz, der aber auch dazu führen kann, dass man vieles verpasst, wenn man eben keine Lust auf das Lesen oder Untersuchen hat. Das Schleichen zeigt sich indes sehr klassisch und erinnert ein wenig an alte Metal Gear Solid Teile. Auch die perspektivische Darstellung geht in dieselbe Richtung. Allerdings sind die stealth Elemente nicht so ausgebaut, wie es das Vorbild schafft. Dazu verfolgen uns die Wachen nicht allzu penetrant und geben eher früher als später auf. Außerdem sind ihre Patrouillenwege auch nicht sonderlich komplex oder überraschend. Letzten Endes ist es sogar so, dass Hope bei einer Festnahme wieder ausbrechen und weiter machen darf. Es gibt keine wirklichen Konsequenzen oder eben ein klassisches Game Over, was der Glaubwürdigkeit dann doch ein wenig schadet.

République (PlayStation 4)

Kann man Metamorphosis entkommen?

République“ ist zweifelsohne ein besonderes, weil auch ungewöhnliches Spiel, welches nicht jedem zusagen wird. Man benötigt durchaus seine Zeit, um reinzukommen, was auch daran liegt, dass man die Protagonistin Hope gar nicht aktiv steuert, vielmehr ist man jemand aus dem Hintergrund, der durch die zig Kameras schauen darf, um Hope zu helfen. Doch die vielen Möglichkeiten der Umgebungsmanipulation können faszinieren, weil es sich doch recht intuitiv anfühlt. Wenn man für sich selbst die Umgebung klar macht, sich seinen Möglichkeiten bewusst wird und vorausschauend agiert, sodass Wachen klug umgangen werden, abgelenkt oder gar in Fallen tappen, dann macht das Spaß.

Ebenso gelungen ist die generelle Atmosphäre des Spiels, welches als Dystopie die meiste Zeit glaubwürdig erscheint, eben weil sie greifbare Themen nutzt: Überwachung durch Kameras, digitales Ausspionieren, Verletzung der Persönlichkeitsrechte. All das ist für uns greifbar und dadurch wird „République“ zu einem interessanten Erlebnis, dessen Handlung auch Beachtung geschenkt werden sollte, beinhaltet es einige spannende Facetten, welche man leider verpassen kann. Das Spiel inszeniert nämlich kaum Dialoge. Man muss die Umgebung beobachten, Gegenstände untersuchen und auch einige Dinge lesen, um die Welt in Metamorphosis besser verstehen zu können. Wer sich darauf einlässt, der bekommt ein anderes, ungewöhnliches, aber eben doch unterhaltsames Spiel, trotz mancher Makel.

République (PlayStation 4)

Hier noch der Launch-Trailer zum Spiel:

Sayonara to dewa mata.

Koji (2014)

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Euer

Koji

 

Vielen Dank an NIS America für die Zusendung eines Download-Vouchers.

NIS America

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