...Erstellt am 29.03.2016 by Koji 2 Comments

Daisy aus Fukushima (Manga)

Heute für Euch gelesen:

Daisy aus Fukushima“ aus dem Hause „Egmont Manga“ von der japanischen Mangaka Reiko Momochi (Confidential Confessions, Suspicious Secrets).

Daisy aus Fukushima (Manga)

Zurück zur Normalität?

Am 11. März 2011 erschütterte das Tohoku Erdbeben Japan und es kam zur folgenschweren Nuklearkatastrophe von Fukushima. Alleine in Fukushima ließen 1604 Menschen ihr Leben. Das ist nun ganze fünf Jahre her. Im Manga „Daisy aus Fukushima“ geht um das Leben der Menschen dort nach der Katastrophe. Es ist Ende April 2011, also anderthalb Monate nach dem verheerenden Erdbeben. Fumi kehrt nach der Zwangspause an ihre Schule in Fukushima wieder zurück und es hat sich natürlich vieles verändert. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Zerstörte Zementmauern, blaue Planen auf Dächern und ab und an ein Fahrzeug der Selbstverteidigungskräfte prägen das Bild in Fukushima. Vor allem gibt es keine Kinder mehr auf den Straßen. Jeder lebt mit der ungewissen Angst aufgrund der radioaktiven Strahlung. Alleine deshalb gibt es immer eine gewisse Anspannung bei den Einwohnern. Normalität ist nicht gegeben.

So darf auch Fumis kleiner Bruder nicht draußen spielen und ein kleiner Regenschauer reicht schon aus, um die Menschen panisch werden zu lassen. Sie sind verunsichert, aber das kann ja nicht immer so bleiben. Fumi und ihre Freundinnen möchten sich ihre Jugend nicht kaputt machen lassen. Sie wollen doch etwas von dieser Zeit haben, also etwas an Normalität für sich selbst haben. Natürlich ist das Ganze nach der Katastrophe nicht einfach, zumal die Auswirkungen noch lange nicht überstanden sind. Eine gefühlvolle Geschichte, die die Sorgen der Menschen in Fukushima greifbar macht.

Daisy aus Fukushima (Manga)

In das Leben zurückkämpfen

Daisy aus Fukushima“ ist ein besonderer Manga mit direktem Bezug zur Realität, in welchem der Leser das angespannte Leben der Einwohner nach der Katastrophe begleiten kann. Man versucht sich in das Leben zurück zu kämpfen, aber die schwierige Situation ist nicht zu verleugnen. Die Strahlenwerte sind immer noch hoch, aber die Regierung sagt, dass dies keine unmittelbaren Auswirkungen auf den menschlichen Körper hat. Aber was ist mit den Langzeitwirkungen? Dementsprechend präsentiert der Manga eine sehr angespannte, ernste sowie realistische Atmosphäre, welche nahe gehen kann. Es sind auch die kleinen Momenten, wie der einsetzende Regen, die aber so viel über die Gefühlslage aussagen können.

Was ist, wenn man Lust auf einen Spaziergang im Park hat? Dann kommt einen eine wichtige Instruktion entgegen, die man beachten sollte. Nicht zu lange im Park aufhalten und unbedingt Gesicht und Hände waschen. Dem Manga gelingt es sehr gut das Leben der Einwohner darzustellen. Dazu gehören nicht nur die offensichtlichen Probleme, sondern auch die einzelnen Gedanken und Gefühle der Figuren, die uns ein gewisses Bild geben, welches immer weiter ausgebaut wird und einem gefühlvoll nahe geht. Hierbei ist die Geschichte nicht zusammenhangslos, denn mit Fumi als Protagonistin besitzt man auch einen Fokus. Es werden junge Menschen in den Mittelpunkt gerückt und auch gezeigt, wie sie mit der Situation umgehen. Schule ist dann nicht einfach nur Schule.

Dank den knapp 300 Seiten ist der One Shot auch von der Länge her ordentlich, um die Gefühlslagen nachvollziehbar widerzugeben. Es sind gefühlvolle Slice of Life Szenen, in denen Fumi mit ihren Freundinnen ankämpft ein normales Leben führen zu können. Diese Art von Slice of Life ist dank dem Hintergrund eine besondere und mit dem Bezug zum echten Leben auch eine, die sehr nahegehen kann. Dieser besondere Faktor zeigt sich auch im Format des Mangas, welches größer als der Standard ist. Zudem gibt es von Egmont Manga eine Geste, zu der wir sogar etwas beitragen können. Für jedes verkaufte Buch von „Daisy aus Fukushima“ geht 1 Euro an Kinder in Fukushima. Am Ende gibt es vier Farbseiten, welche die entsprechende Hilfsorganisation vorstellt und eine Bilanz über die Fukushima Katastrophe zieht. Käufer können also nicht nur den Manga genießen, sondern nebenbei auch noch etwas Gutes tun.

Daisy aus Fukushima (Manga)

Der Glaube an eine glückliche Zukunft

So schwierig die Situation auch ist, so viele Probleme und Ängste man auch zu sehen bekommt, die einem als Leser berühren, so zeigt „Daisy aus Fukushima“ in wichtigen Szenen auch den Glauben an eine glückliche Zukunft. Es zeigt den Zusammenhalt, den Glauben und eben auch die positiven Gedanken, den man einfach braucht. So angespannt, traurig und ernst es auch ist, so schafft es die Mangaka auch Mut zu fassen und somit auch etwas positive Energie zu kreieren, wobei das Geschehen insgesamt einige gefühlvolle wie liebevolle Momente von sich gibt. Dann kommt noch das große Format hinzu und schon wird das Lesen der knapp 300 Seiten zu einem guten Erlebnis, der teilweise auch nachzudenken gibt. Nicht zuletzt wird für jeden verkauften Manga 1 Euro an Kinder in Fukushima gespendet. Es lohnt sich also!

Hilfe für Japan

Dank Egmont haben wir hier einen Trailer für Euch:

Und hier noch die Leseprobe zum Manga:
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Sayonara to dewa mata.

Koji (2014)

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Euer

Koji

 

Vielen Dank an Egmont Manga für die Überlassung eines Rezensionsmusters.

EMA - Egmont Manga & Anime

2 Responses so far.

  1. KleinerVampir sagt:

    Diesen Manga habe ich vor einiger Zeit auch gelesen und er hat mir sehr gut gefallen. Gerade dieses noch recht präsente Thema wurde meiner Meinung nach gut aufgearbeitet und man kann sich in die Mädels auch super hinein versetzen.
    Da der Manga doch doicker und größe ist als nornmale Mangas, war auch genügend raum für eine gut durchdachte Story mit Tiefe und Profil. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen!

  2. Makoto sagt:

    Diesen Manga muss ich unbedingt nachholen, schon allein, wegen der tolle Spendenaktion. Ich finde diese Idee von Egmont Manga wirklich super und möchte diese auch gern unterstützen.
    Aber auch die Story klingt vielversprechend, denn auch heute ist das Thema der Atomkatastrophe noch aktuell und kann leider wieder passieren. Das Interessante ist, für mich, wie die Menschen damit leben und dafür verspreche ich mir vom Manga einen kleinen Einblick. Auch, dass Egmont sich dazu entschieden hat, aus zwei japanischen Bänden, einen großen Band zu machen trägt positiv bei, denn dadurch hat man die Geschichte an einem Stück und kann es gesamt im Überblick betrachten.

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