...Erstellt am 31.12.2015 by Koji 1 Comment

Memento Mori (Manga)

Heute für Euch gelesen:

Memento Mori“ aus dem Hause „Tokyopop“ von der japanischen Mangaka Fumiko Fumi (Drei Blütezeiten, Bokura no Hentai).

Memento Mori (Manga)Die Vergangenheit ruht nicht

Meme ist eine junge Frau, die sehr antriebslos zu wirken scheint. Auch nach dem Bestehen ihres Studiums zeigt sie nur wenig Lebensfreude und wirkt eher lethargisch. Wohin nun mit ihrem Leben? Irgendwie scheint ihr da vieles egal zu sein. Das merkt man an ihrem Ausdruck, an ihrer Körpersprache und ihrem Verhalten. Am Ende landet sie irgendwie in einem Bestattungsunternehmen und wird dort Assistentin für Zeremonien. Ihr Vorgesetzter Kurokawa ist für sie verantwortlich und dieser Herr hat eine unwahrscheinlich kurze Zündschnur. So wird er schon nach wenigen Fehlern von Meme wütend und das ändert sich in der Folge auch nicht. Er erscheint, wie ein richtiger Miesepeter, den man als Chef gar nicht haben möchte.

Meme ist ohnehin jemand, der recht unsicher erscheint und man könnte meinen, dass sie daran irgendwann zerbrechen könnte, aber das tut sie nicht. Im Gegenteil: Trotz der schwierigen Umstände bei ihrer Arbeit akzeptiert sie das Verhalten von Kurokawa und findet ihn sogar interessant. Auf eine ungewöhnliche Art fühlt sie sich ihm hingezogen, aber warum das so ist, kann sie nicht sagen. Doch die Zeit wird zeigen, dass es etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun hat, welche sie nicht abschütteln kann. Auch Herr Kurokawa hat etwas aus seiner Vergangenheit, dass er nun jeden Tag mit sich herumschleppt. Beide sind von Psychosen gekennzeichnet und es ist nicht einfach diese loszuwerden.

Memento Mori (Manga)„Gib einfach auf!“

Gleichgültigkeit! Viele Dinge im Leben von Meme sind ihr einfach gleichgültig! Sie findet keine Freude an ihrem jetzigen Leben. Nur die Arbeit in dem Bestattungsunternehmen soll sie ablenken, aber kann die Berührung mit dem Tod etwas verändern? Zumindest wird schnell erkennbar, dass eine besondere Bindung zwischen ihr und Kurokawa existiert. Es ist die Verbindung der Vergangenheit und der Suche nach dem Glück. „Memento Mori“ ist eine einfühlsame Geschichte in Form eines One Shots, bei dem die Hoffnung nach Glück, genauso wie leidvolle Erfahrungen aus der Vergangenheit, eine besondere Rolle spielt.

Dieser Manga erzählt eine subtile Geschichte mit starken Emotionen, welche realistisch erscheinen und niemals über die Stränge schlagen. Alleine an dem Titel und der Aufmachung kann man erkennen, dass es keine Alltagskost und das ist „Memento Mori“ (lat. ‚Denke daran, dass du stirbst‘) wahrlich nicht, weil die thematisierten psychologischen Abgründe sehr bedrückend sein können. Die Mangaka versteht es aber das Ganze subtil, realistisch und einfühlsam darzustellen, was sehr zu überzeugen weiß. Dabei strotzen die Zeichnungen nicht vor Details, vielmehr sind die Darstellungen einfach gehalten, manchmal gar minimalistisch, aber das passt sehr gut zur Handlung, weil die Mangaka in jedem Bild eine Ausdruckskraft hinterlassen kann, welche zu berühren weiß. In einigen Panels gibt es keinerlei Sprechblasen, aber die Szenerie ist alles andere als statisch. Die teilweise groß angelegten Panels sagen dann mehr als tausend Worte.

Zum simplen Zeichenstil, der aber viel aussagen kann, passen auch die tollen Kontraste zwischen Schwarz und Weiß, denn Hintergrundzeichnungen sind entweder nicht vorhanden oder nur sehr schematisch dargestellt, sodass man viele Weißflächen vorfinden kann, aber das hat als Gesamtkomposition eine wunderbare Wirkung. Ohnehin kreiert der Manga durch das Bestattungsthema, in diesen Räumlichkeiten halten wir uns meistens auf, eine bedrückende Stimmung, welche recht subtil hervorgetragen wird. Hierzu passt dieser Stil wirklich perfekt. Am Ende des Bandes erfahren wir auch, dass die Mangaka selbst bei Bestattungszeremonien tätig war und so ihre Erfahrungen authentisch widergeben kann. Das merkt man über weite Strecken sehr gut!

Memento Mori (Manga)Wenn man noch einmal auf den Titel zurückblickt, dann ist das Motiv der Vanitas, also der Vergänglichkeit, zu entdecken, welche hier thematisiert wird. Das macht die Mangaka aber auf eine sehr sensible, verständliche und respektvolle Art und Weise, dass man im Verlauf als Leser auch emotional gepackt werden kann. Die beiden Hauptcharaktere werden sich öffnen und man wird sie in ihrer Art und Weise verstehen können. Der Manga regt zum Nachdenken an und ist daher ein besonderes Werk, welches absolut lesenswert ist. Hierbei sollte man sich auch ein wenig Zeit lassen und vielleicht auch einige Zeit nach dem Lesen über einige Dinge reflektieren.

Memento Mori

„Denke daran, dass du stirbst.“ Ein Element aus der Vanitas, der Vergänglichkeit und daher lässt der Titel schon erahnen, dass „Memento Mori“ kein gewöhnlicher Manga ist. Das ist dieser demnach auch nicht. Der Manga thematisiert ein sensibles Thema, gestaltet es realistisch sowie nachvollziehbar, während die Protagonisten nach ihrem Glück, nach neuer Hoffnung suchen. Obwohl es ein One Shot ist, so weiß die Geschichte sehr gut mit Emotionen umzugehen und packt damit auch den Leser, sofern man mit ernsteren sowie subtileren Geschichten etwas anfangen kann. In derlei Hinsicht ist der Mangaka ein besonderes Werk gelungen und dazu passend ist auch die Veröffentlichung von Tokyopop mit größerem Format, angenehmer Haptik und einer Farbseite. Da lohnen sich die 12 Euro auch!

Hier noch eine Leseprobe für Euch:

Sayonara to dewa mata.

Koji (2014)

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Euer

Koji

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Vielen Dank an Tokyopop für die Überlassung eines Ansichtsexemplares.

Tokyopop

One Response so far.

  1. KleinerVampir sagt:

    Das Cover finde ich sehr schön und ansprechend, wobei mir die Handlung jetzt nicht so zusagt. Das Thema spricht mich einfach nicht an und die Sache mit dem Bestattungsinstitut erst recht nicht, sorry…

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