...Erstellt am 02.10.2014 by Koji 2 Comments

Black Butler (Live Action Movie)

Heute für Euch gelesen:

Black Butler: Ein Teufel von einem Butler“ aus dem Hause „Tiberius Film“ unter der Regie von Kei’ichi Sato (Niklaas, ein Junge aus Flandern, Killer Train) und Kentaro Ohtani (Nana) basierend auf Manga von Yana Toboso (Rust Blaster, Black Butler).

Black Butler (Live Action Movie)

Story:

Der neue Live Action Movie adaptiert die erfolgreiche Manga Serie Black Butler von Yana Toboso und Fans fragen sich natürlich: Wird der Film auch der Vorlage gerecht? Im Manga geht es grundlegend um den Hauptcharakter Ciel Phantomhive und dessen Butler Sebastian Michaelis, in Wahrheit ein Dämon, der mit Ciel einen Pakt geschlossen hat. Der junge Ciel wurde nämlich einst entführt, drohte sein Leben zu verlieren, weshalb der Pakt geschlossen wurde. Sebastian setzt daher seine dämonischen Kräfte ein, um seinen Meister zu retten. Im Gegenzug soll er nach dem Ableben Ciels Seele einfordern dürfen.

Black Butler: Ein Teufel von einem Butler“ lehnt sich an dieser Grundkonstellation an, inszeniert aber ein anderes Setting und erzählt eine neue Geschichte mit unbekannten Charakteren. Sebastian als quasi Aushängeschild der Serie ist als bekannte Figur noch dabei, wobei die Mehrzahl der Charaktere komplett neu eingeführt wird. Neue Hauptfigur ist Kiyoharu bzw. Shiori Genpo, welche sich nur als männliches Erbe der Funtom Company ausgibt, um diese Position zu besetzen. Als Mädchen hätte sie nämlich keine Möglichkeit dazu. Der Standort ist mit einem viktorianisch anmutenden Japan aus dem Jahre 2020 ebenfalls eine andere. Statt London ist man nun im fernen Japan, aber durch die japanischen Schauspieler ist dieser Wechsel wohl nachvollziehbar. Shiori hat in ihrer Machtposition aber ein bestimmtes Ziel: Den Mord an ihren Eltern zu rächen und dabei wird ihr der feine Dämon Sebastian Michaelis helfen. Der Preis ist ja schließlich nur ihre Seele.

Black Butler (Live Action Movie)

Aufmachung:

Live Action Movies haben es wirklich nicht einfach. Sie müssen bestimmte Vorstellungen der Fans auffangen, eine bekannte Atmosphäre erschaffen  und sie ebenso unterhalten. Wenn man sich von der Vorlage entfernt, dann ist es nachvollziehbar, dass die Fans misstrauisch sind. Aber man muss dem Ganzen zu gute halten, dass dieses Medium seine Geschichte auf eine andere Art und Weise erzählt, weshalb bestimmte Änderungen eben unvermeidbar sind. Im Falle von „Black Butler: Ein Teufel von einem Butler“ betrifft es das Setting, sowie den Großteil der Charaktere, doch zum Glück gelingt den Machern trotzdem ein unterhaltsames Werk, welches auch den Großteil der Fans zufriedenstellen wird.

Für die Serie typisch und herausragend ist der Kleidungsstil der Charaktere im Gothic Stil. Im schwarzen Ton aufwendig gestaltete Gewänder mit Rüschen und all ihren Eigenheiten. In jedem Falle etwas Besonderes, welches auch die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich zieht, auch weil damit eine bestimmte Mystery Atmosphäre kreiert wird. Der Film hat sich über die optische Gestaltung so einige Gedanken gemacht, weshalb nicht nur die Figuren vom Äußeren der Vorlage gerecht werden, sondern auch die Location, die mit Adelshäusern und viktorianischen Ansätzen zu überzeugen weiß. Es erwarten hübsche Szenen und wunderbare Bilder, die man gerne genießt.

Um den Fans ein ansprechendes Erlebnis zu geben, gibt es mancherlei bekannte Dialoge und Anspielungen. Allerdings ist doch nicht alles glatt verlaufen. Die Szenen wirken manchmal einfach nur aneinandergereiht, nicht ganz passend aufeinander abgestimmt und inkohärent, sodass manche Passagen etwas flach erscheinen, wobei der Gesamteindruck über den ganzen Film hinweg positiv ist. Besonders der prägnante Sebastian, der durch Darsteller Hiro Mizushima in Szene gesetzt worden ist, weiß zu überzeugen, denn seine Ausstrahlung während der Kämpfe und den Dialogen wirkt sicher und cool.

Wenn man schon gerade bei den Kämpfen ist: Diese sind überraschend sehenswert. Gute Choreographien gepaart mit klugen Kamerafahrten ergeben ein dynamisches Bild, in dem vieles passiert. Diese Action braucht sich vor der Manga Vorlage mit Sicherheit nicht verstecken. Solche Kämpfe kommen öfters mal vor und sind so gesehen das Herzstück von „Black Butler: Ein Teufel von einem Butler“. Wenn Sebastian seine „Butler Ausrüstung“ in Form von Messern bspw. zückt, dann ist es doch äußerst beeindruckend wie er damit die Feinde zurechtweist.

In den knapp zwei Stunden gibt es ab der Mitte des Filmes kleinere Wendungen und teils überraschende Handlungsstränge, welche die Spannung weiter anheizen, sodass der Film dann bis zum Ende hin fast komplett unterhält. Dabei nutzt er auch gerne einige ruhigere Momente, in denen es mit Gefühlen, sowie Emotionen überzeugen möchte, sodass die Geschwindigkeit herausgenommen wird. Im Ansatz ist dies wirklich gar nicht so schlecht, aber gelungen ist das Ganze nicht vollends, weil es zu gezwungen und aufgesetzt wirkt. Als hätte man dem Film noch eine tiefgreifende Komponente einfügen wollen, die es in der Form aber nicht benötigt hätte.

Wer die Serie übrigens gar nicht kennt braucht sich keine Sorgen machen. „Black Butler: Ein Teufel von einem Butler“ kann für sich sehr gut eigenständig stehen und man wird ihn auch so verstehen, wobei er sich insgesamt natürlich an die Fans richtet. Die Deutsche Synchronisation passt zum Film und wer das originale Flair haben möchte schaltet zur japanischen Tonspur.

Black Butler (Live Action Movie)

Fazit:

Black Butler: Ein Teufel von einem Butler“ ist so gesehen der typische Live Action Film, dass in dem Fall aber positiv zu sehen ist, weil es die Atmosphäre gut einfängt und tolle Kämpfe inszeniert. Zwar versucht man sich an der Vorlage zu halten, erzählt aber eine neue Geschichte mit vielen neuen Charakteren, sodass der Film auch eigenständig funktioniert. Die optische Präsentation ist indes sehr gelungen, kann sie mit guten Kamerafahrten, einem interessanten Setting, sowie einem starken Sebastian Michaelis aufwarten. Fans können übrigens aufatmen: Der Film versaut die erfolgreiche Serie nicht, sondern erschafft ein gelungenes Werk mit tollen Actionszenen.

Black Butler (Live Action Movie)

Und hier noch der Trailer zum Film:

Sayonara to dewa mata.

Koji (2014)

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Euer

Koji

 

Vielen Dank an Tiberius Film für die Überlassung eines Rezensionsmusters.

Tiberius Film

2 Responses so far.

  1. Kuruleinchen sagt:

    Der Black Butler Manga ist einer meiner Favoriten, vom Anime hat mir die zweite Staffel deutlich besser gefallen als die erste, und von der dritten bin ich etwas enttäuscht, weil ich mir doch eher dann zur zweiten Staffel eine weitergehene Story gewünscht hätte, statt einfach den Manga zu animieren. Den Film hier habe ich noch nicht gesehen, weil ich von Live Action Movies meistens ziemlich enttäuscht wurde, und das gleiche auch hier dachte. Allerdings muss ich sagen, dass ich relativ überrascht davon bin, dass der Hauptcharakter nicht Ciel, sondern ein Mädchen ist. Äußerst interessant! Ich habe nach eurem Artikel hier auch andere Reviews dazu gelesen, und werde mir den Film demnächst mal anschauen.

  2. patrick sagt:

    immer wieder toll zu sehen, wenn Comics/Mangas/Animes eine Realverfilmung erleben.
    Seine liebsten Charaktere als echte Menschen zu sehen…gibt wohl keinen dem das nicht gefällt. Ist es dann auch noch so ein genialer Manga wie Black Butler, der definitiv zu meinen absoluten Favoriten gehört, ist das gleich doppelt gut.

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