...Erstellt am 08.09.2014 by Koji 6 Comments

Tales of Xillia 2 (PlayStation 3)

Heute für Euch gespielt:

Tales of Xillia 2“ aus dem Hause „Bandai Namco Games“ entwickelt beim Namco Tales Studio (Tales of Xillia, Tales of Symphonia Chronicles) mit dem Charakterdesign von Kōsuke Fujishima (Sakura Wars, Oh! My Goddess) unter der Leitung von Hideo Baba (Eternal Sonata, „Tales of“-Serie).

Tales of Xillia 2 (PlayStation 3)

Story:

Hatten wir im Vorgänger noch die Auswahl gehabt aus welcher Perspektive wir in die Geschichte gehen, so konzentriert sich der Nachfolger komplett auf den neuen Protagonisten Ludger Kresnik, ein Bürger Elympios. Sein Halbbruder Julius arbeitet indes für die Sprius AG, einer mächtigen Organisation, die nach dem Krieg zwischen Rieze Maxia für Ordnung sorgen möchte. In Elympios genießen sie hohes Ansehen und mit ihrer Stärke könnten sie ohne Probleme vieles bewerkstelligen, weshalb die Spirius AG auch in Sachen Politik Mitspracherecht hat. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Ludger wie sein Bruder in diesem Bereich arbeiten möchte. Das Ansehen ist vorhanden und die Vergütung ist ebenfalls überdurchschnittlich, aber bei der Aufnahmeprüfung scheitert Ludger, sodass er stattdessen seiner tatsächlichen Leidenschaft folgt, um Koch zu werden. Am Bahnhof Triglephs ist seine neue Arbeitsstelle und an diesem Ort lernt er das kleine Mädchen Elle kennen. Aus verschiedenen Gründen folgt er ihr in den Zug und wird Zeuge eines Terroranschlages. Sein Bruder scheint etwas zu verbergen und die Ereignisse überschlagen sich, während Ludger des Anschlages verdächtigt wird. Dies verändert sein ganzes Leben und schon bald werden Ludger und Elle ein unzertrennliches Paar.

Tales of Xillia 2 (PlayStation 3)

Aufmachung:

Es gibt in „Tales of Xillia 2“  zwar keine zwei Perspektiven, also Hauptcharaktere mehr (Jyde oder Milla), aber dafür haben die Entwickler ein neues System implementiert, bei dem wir aus der Sicht von Ludger Entscheidungen treffen können. Immer wieder wird es zu Situationen kommen, indem der Spieler sich zwischen zwei möglichen Optionen entscheiden muss. Diese bleiben zu Beginn des Spiels noch sehr einfach und verändern den Verlauf nicht bzw. nur kleinere Aspekte eines Gespräches. Je weiter man in der Handlung voranschreitet, desto interessanter werden diese Entscheidungen, weil sie uns mehr Möglichkeiten geben, um auf die Umwelt zu reagieren, während die Handlung dementsprechend Einfluss nimmt. In hektischen Situationen gibt es sogar ein Zeitlimit von mehreren Sekunden für die Entscheidung und diese sorgt für Spannung, sowie Dynamik. Dadurch bekommt man mehr Zugriff auf die Handlung bzw. man hat das Gefühl, dass man etwas verändern kann, weshalb diese Neuerung durchaus positiv angesehen werden sollte, wenngleich Ludger leider fast gänzlich stumm bleibt. Bis auf wenige Worte oder Lauten spricht unser Held überhaupt nicht. Dies wirkt erst einmal komisch, aber man wird sich daran gewöhnen, sodass es nicht mehr wirklich stört. Dennoch wäre ein charismatischerer Protagonist wünschenswert gewesen.

Solche Dialogoptionen können übrigens auch den Freundschaftswert eurer Gefährten beeinflussen. Jeder Mitstreiter hat mit Ludger eine bestimmte Beziehung und diese kann mit wohlwollenden Kommentaren verbessert werden, wenn Ludger seinen Freunden Komplimente macht oder ihnen gegenüber Verständnis zeigt. Dadurch können neue Sequenzen freigeschaltet werden, wobei die Charaktere dann gerne auch einige Geschenke machen. Man sollte bei seinen Entscheidungen also immer gut überlegen. Wie könnte unser Gesprächspartner reagieren? Für Kenner des Erstlings also wirklich interessant, weil altbekannte Figuren abermals einen Auftritt feiern und diese kennt man ja nun doch schon, wobei am interessantesten wohl ihre Veränderungen sein werden. Sei es äußerlich oder charakterlich. Schließlich hat man die Charaktere schon einmal liebgewinnen und umso schöner ist es sie wieder zu sehen. Tatsächlich darf man einige Veränderungen erkennen, weshalb diese charakterliche Entwicklung für Fans eine schöne Komponente ist. Lasst euch also überraschen.

Für die Serie typisch haben wir in unserer Truppe viele sympathische Gestalten mit ihren eigenen Kanten und Ecken. Daher ist es auch nicht schwer mitzufühlen, weil die Geschichte mit dem tollen Cast wirklich überzeugen kann. Hierzu können sich die neuen Figuren übrigens auch gesellen, weil Elle wirklich sehr süß ist und in einem den Beschützerinstinkt weckt, aber sie ist ein wirklich starkes Mädchen mit einer besonderen Rolle, welche für Ludger sehr wichtig ist.

Wer den Vorgänger von „Tales of Xillia 2“ schon gespielt hat wird in Sachen Kampfsystem altbekanntes vorfinden, aber das muss keine Kritik sein, denn dieses System gehört mit zu den besten im Genre, weil es viele Möglichkeiten bietet, gleichzeitig aber dynamisch und actionreich, also insgesamt sehr unterhaltsam ist. Die Kämpfe laufen in Echtzeit und euer Charakter darf im Areal frei herumlaufen und den Gegner angreifen. Neben den Standardattacken machen es die sogenannten Artes erst recht interessant. Dies sind nämlich spezielle Fähigkeiten, die wir auf Shortcuts legen dürfen (aktivieren mit dem rechten Stick) oder mit einer Kombination aus linkem Stick und der Kreistaste aktivieren. Je nach Einstellung kommen starke Nahkampfattacken oder Magiefähigkeiten zum Vorschein, die dem Gegner großen Schaden zufügen. Dies verbraucht TP und diese Leiste wird wieder aufgefüllt, indem man den Gegner mit Standartattacken ( X Taste) trifft. In Xillia eingeführt ist das bekannte Link System, mit dem sich eurer Charakter mit einem Verbündeten verbindet. Dadurch hilft euch der Verbündete bei Angriffen, hilft euch bei einem Niederschlag und heilt euch in kritischen Situationen. Verbündete Artes Angriffe sind sogar möglich, wenn ihr das passende Arte nutzt (im Menü können die Möglichkeiten aufgerufen werden). Während des Kampfes steigt die Leiste für die Grenzüberschreitung und wenn sie das Maximum erreicht, dann wird bei der Aktivierung eines verbündeten Artes diese aktiviert und man kann ohne TP Verbrauch viele Artes in Folge nutzen. Bei zusätzlichem gedrückt halten von X kommt es zum mystischen Arte und das Geschehen wechselt zu einer Spezialsequenz, bei dem der Charakter seine individuelle Spezialattacke abfeuert. Sieht wirklich cool aus und macht auch noch ordentlich Schaden! Das Kampfsystem hält also einige Raffinessen bereit und diese werden nach und nach verständlich eingeführt, sodass auch Neueinsteiger keine Probleme haben sollten. Zur Not ist es möglich den Schwierigkeitsgrad auf einfach zu ändern.

Zu den neuen spielbaren Charakteren gehören Ludger, Muzét und Gaius. Muzét kann sowohl im Nahkampf, als auch aus der Ferne effektiv angreifen. Mächtige Zauber, sowie Heilkünste können sehr gut unterstützen, während Gaius der klassische Schwertkämpfer mit hohem KP und Angriffswert hat, wobei sich auch die Defensive sehen lassen kann. Ludger ist wohl der interessanteste Kämpfer von ihnen, weil er drei verschiedene Waffentypen beherrscht. Neben den Doppelklingen gibt es den Hammer und seine Pistolen. Man kann mit der Schultertaste zwischen diesen Typen wechseln und dies hat auch seinen Zweck. Nicht nur hat man eine große Bandbreite an Angriffen und Artes, man kann auch Schwächen der Gegner effektiv ausnutzen, denn diese sind gegenüber bestimmten Angriffen resistent oder schwach. Je nach Waffe und Angriff besitzen wir also einen Vor- oder Nachteil, weshalb darauf Acht gegeben werden sollte. Wenn es ganz eng wird, dann hat Ludger immer einen Ass im Ärmel, denn der sogenannte Chrono Status verwandelt ihn, weshalb er mit großer Stärke spezielle Angriffe ablassen kann. In dem Modus steuert ihr nur Ludger und könnt im weiteren Verlauf auch noch ein mystisches Arte als Abschluss hinterherfeuern. Sehr cool! Die Chrono Status Anzeige füllt sich indes im Kampf wieder auf. Wie für „Tales of“ Spiele bekannt ist auch diesmal ein lokaler Multiplayer mit an Bord. Bis zu drei weitere Spieler können sich in die Kämpfe einklinken und mitwirken. Zwar können sie nur während der Kämpfe aktiv spielen, doch für viele unterhaltsame Abende kann es schon sorgen. Großes Lob hierfür!

Tales of Xillia 2 (PlayStation 3)

Im Kern bleibt das Kampfsystem von „Tales of Xillia 2“ also seinem Vorgänger treu, würzt ihn aber mit kleineren Elementen und erschafft damit einen spürbar besseren Verlauf. In Sachen Spielverlauf hat sich auch einiges verändert. Der Vorgänger verlief prinzipiell linear. Nebenmissionen wurden von Leuten angenommen und diese wurden auch sehr einfach gehalten. Alles aber absolut optional, wohingegen „Tales of Xillia 2“ diese Nebenmissionen als Pflicht ausgibt. Schon früh im Spiel findet sich Ludger im Schlamassel wieder und hat auf einmal 20.000.000 Gald Schulden. Diese müssen langsam abbezahlt werden, denn nur derjenige, der eine bestimmte Summe abbezahlt hat, erhält auch Zugang zu neuen Gebieten. Wer die Hauptmission fortsetzen möchte muss also unbedingt Gald sammeln und dies geht mit Nebenmissionen eben am besten. Großartig nach ihnen suchen braucht man allerdings nicht mehr, weil eine Auftragsbörse, in jeder Stadt zu finden, alle Nebenmissionen beisammen hat, aber sie sind insgesamt wie im Vorgänger generisch gehalten worden. Man müsse einen bestimmten Gegenstand suchen, den Botengänger mimen oder Monster besiegen. Außerdem gibt es noch Elitemonster, welche besonders viel Gald in die Kasse spülen, dementsprechend sind sie aber auch schwer zu besiegen. Letztere, aufgrund der Schwierigkeit, immer noch unterhaltsam, während sich die anderen Aufgaben schnell abnutzen. Sie werden repetitiv und geben keine neue Spielerfahrung, weshalb das Abbezahlen der Schulden wirklich mühselig ist. Man macht die Aufgaben eigentlich nur, weil sie zu gemacht werden müssen, denn wirklich viel Spaß machen sie nicht. Dennoch kann man solche Passagen im Spiel auch positiver sehen: In dieser Spielphase leveln wir unsere Charaktere und sind für weitere Kämpfe besser vorbereitet. Mit dem Überschuss an Geld wird noch einiges an Ausrüstung und Items gekauft. Des Weiteren ist es möglich alle passierbaren Bereiche frei zu erkunden und hier streift man durch alle bekannten Gegenden aus Teil eins. Da kommen bei Fans wohl so einige Erinnerungen hoch. An sich schon ganz nett, aber die Kritik, dass zu viel recycelt worden ist mag berechtigt sein, weil der Titel sich ganz auf das Altbewährte verlässt.

Beim Aufleveln der Charakter hingegen gibt es keine Liliumkugeln mehr, sondern Aliumkugeln. Hatte man mit erhaltenen Punkten seine Fähigkeiten ausbessern dürfen und dabei zumindest ein wenig die Entwicklungsrichtung bestimmen können, so funktioniert das neue System etwas einfacher. Die grundsätzlichen Attribute (wie KP, TP etc.) der Kämpfer steigen nach jedem Stufenaufstieg automatisch an. Alleine die Erlernung von Fertigkeiten oder Artes kann in etwa bestimmt werden. Jede Aliumkugel hat seine eigenen Facetten und jede Figur kann einer Kugel zugewiesen werden. Im Menü wird dann aufgezeigt welche Fähigkeiten im Verlauf gelernt werden können. Wenn einem diese nicht gefallen, dann wechselt man die Kugel, welche andere Möglichkeiten aufweist. Man kann leider nur sehen welche Fähigkeiten direkt als nächstes freigeschaltet werden können, nicht aber welche in Zukunft zu erlernen sind, weshalb dies eine Planung nicht möglich macht. Nur mit Elementerzen können die Aliumkugeln gefüttert werden. Diese erhält man in der Spielwelt, sowie aus Kämpfen. Das System ist einfach, gut zu verstehen, aber eben auch ein wenig restriktiv.

Neben den eher belanglosen Nebenaufgaben gestalten sich die sogenannten Charakter Missionen viel interessanter! Jede Figur hat neben der Haupthandlung noch eine kleinere eigene Geschichte mit jeweils insgesamt fünf Kapiteln. In diesen Missionen können wir noch mehr über unsere Truppe erfahren, deren individuellen Probleme und Gedanken werden erzählt, sodass das Leben von ihnen verständlicher gemacht wird. Was hat sich in der letzten Zeit alles bei ihnen verändert? Hierbei erhält man einen besseren Zugriff auf die sympathischen Helden und man erfährt gerne mehr über sie. Solche kleinen Geschichten werten das Spiel ganz eindeutig auf, zumal man damit auch noch die Freundschaft festigt und spezielle Boni freischaltet. Dazu gehören auch die einstigen Outfits aus „Tales of Xillia“. Es lohnt sich also!

Technisch sollte man von „Tales of Xillia 2“ nicht viel erwarten, denn optisch wirkt das Spiele eben wie der Vorgänger. Die Gegenden sind zum Teil sehr karg und wenig detailliert. Eine wirkliche Verbesserung ist nicht zu erkennen, aber es gibt trotzdem noch einige schöne Orte wie Fenmont. Die Stadt der ewigen Nacht überzeugt mit hübschen Lichteffekten, die einen nach wie vor begeistern lassen können. Dennoch sollte man im nächsten Serienteil eine Schippe drauf legen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Musikalisch erwarten bekannte Klänge aus dem Vorgänger, die aber immer noch sehr gut zum Spiel passen. Die Synchronisation ist ausschließlich auf Englisch vorhanden, aber diese macht ihre Arbeit gut, während die Deutschen Untertitel ebenfalls gelungen sind.

Tales of Xillia 2 (PlayStation 3)

Fazit:

Tales of Xillia 2“ ist ein Pflichtkauf für alle Kenner des Vorgängers, denn man möchte ja sehr gerne wissen wie das Geschehen weiter geht. Zudem ist das Wiedersehen mit bekannten Charakteren wirklich eine Freude. Wie ist es ihnen in der Zeit ergangen? Was hat sich alles verändert?

Beim Spiel selbst hat sich indes nicht viel geändert, doch die kleinen Neuerungen verbessern es trotzdem spürbar. Die Kämpfe fühlen sich jetzt besser an und man hat das Gefühl einer besseren Kontrolle, die mehr Möglichkeiten bietet. Auf der anderen Seite sollte man deshalb eben nicht viel Neues erwarten, denn man durchstreift dieselben Gegenden, bei dem auch die Gegner allseits bekannt sind. Dennoch hat man mit Ludger einen interessanten neuen Charakter, der im Kampf viele Facetten zeigen kann. Die Entscheidungen, die man während der Geschichte machen kann wirken sich zwar nicht extrem aus, aber sie geben dem Spieler so etwas wie ein Gefühl der Entscheidungsfreiheit, zumal leicht abgeänderte Szenen für Wiederspielwert sorgen. Auch das Freundschaftssystem, sowie die individuellen Charaktermissionen überzeugen. Weniger die nach wie vor belanglosen, sowie repetitiven Nebenmissionen, welche diesmal oft gemacht werden müssen.

Wen dies nicht stört, der wird ein gutes J-RPG finden, welches wohl eines der besten Kampfsysteme besitzt.

Tales of Xillia 2 (PlayStation 3)

Und hier noch der offizielle EU-Launch-Trailer für Euch:

Sayonara to dewa mata.

Koji (2014)

.

Euer

Koji

 

Vielen Dank an Bandai Namco für die Überlassung eines Rezensionsexemplars.

Bandai Namco

6 Responses so far.

  1. enix sagt:

    Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich noch nicht mal den Vorgänger angefangen habe 🙁 Sehr gut geschriebenen Beitrag, der mein Interesse wieder geweckt hat. Mal schauen, wann ich das Abenteuer in Angriff nehme.

  2. Alybubsen sagt:

    gleiches problem wie Enix habe noch nicht mal den Vorgänger durch letzte Tales of game was ich beendet habe war Graces . Xilla 1 und ToS HD stehen auf meiner list und ende des jahres kommt ja auch noch Hearts für Vita. Die spiele kommen echt schneller als man sie spielen kann.

  3. Katrin K. sagt:

    Ich schließe mich euch beiden an: Ich habe weder den Vorgänger noch irgendeinen anderen Teil der Tales-Reihe gespielt =( Wird Zeit, oder?
    Ich mag den unverkennbaren Anime-Stil der Reihe sehr und auch die Storys klingen super.
    Zusätzlicher Grund: ROLLO♥

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